PRO LEIPZIG e.V.

Publikationen - Stadtforschung - Bürgerbeteiligung

 Aktuelles


Konstruktives Gespräch mit Bürgermeister Rosenthal am 29. November 2019

Es wird zunehmend eng im Auwald. © Hammer / SKV

Wie in der Presse verlautbart, hat PRO LEIPZIG am 22. Juli 2019 gemeinsam mit den Umwelt- und Naturschutzverbänden BUND, NABU und Ökolöwe den Rücktritt vom Runden Tisch zur Fortschreibung des Wassertouristischen Nutzungskonzeptes (WTNK) erklärt. PRO LEIPZIG hatte zwar seit Mitte der 1990er Jahre eine Nutzung der Leipziger Fließgewässer, der neuen Seen und Gewässerverbindungen für die Naherholung und für touristische Angebote unter Wahrung der Erfordernisse des Natur- und Landschaftsschutzes und des Stadtbildes mit mehreren Publikationen sowie durch Mitwirkung an Vorhaben der Stadt und Region maßgeblich gefördert. Dabei galt der Schwerpunkt der Bemühungen vor allem dem Wasserwandern mit muskelbetriebenen Booten, der Unterstützung der vorhandenen Personenschifffahrts- und Bootsverleihunternehmen und der Förderung des Breiten- und Leistungssports auf den Gewässern. Die Entwicklung der Gewässernutzung in und um Leipzig in den letzten zwei Jahrzehnten erfüllt die Vereinsmitglieder mit Stolz, zuletzt aber zunehmend mit Sorge. Diese gilt einer quantitativen Überlastung einzelner Gewässerabschnitte, einer steigenden Belastung geschützter Gewässerbereiche, Gedankenspielen zur Ausweitung des individuellen Motorbootverkehrs, einer übertriebenen Dominanz der Belange des technischen Hochwasserschutzes und einer zunehmenden Abkehr von den ursprünglichen Zielen des Projektes Neue Ufer (Freilegung Elster- und Pleißemühlgraben). Pläne zur weiteren Kommerzialisierung der Leipziger Gewässer durch die Schaffung von Infrastruktur, welche ausschließlich den individuellen Motorbootverkehr befördern sollen, werden kritisch gesehen. Deshalb lehnt der Verein u.a. eine Anbindung des vorhandenen Elster-Saale-Kanals an die Saale, eine für motorisierte Nutzer taugliche Gewässerverbindung zwischen Hainer See und Pleiße und den Ausbau der Pleiße für größere Boote ab. Die geplante Neuanlegung der Alten Elster ist für den Hochwasserschutz unnötig und wird als auwaldschädigend abgelehnt. Wir unterstützen dagegen einen möglichst naturnahen Rückbau der Pleiße und der betonierten Weißen Elster unterhalb Leipzigs im Einklang mit den Erfordernissen des Hochwasserschutzes und auch den weiteren qualitativen Ausbau der Angebote für Wasserwanderer (Einsetz- und Umtragemöglichkeiten). Beim Runden Tisch sah der Verein aber kaum Möglichkeiten, seine Positionen nachhaltig in die Diskussion einzubringen. Die Gespräche waren weder zielführend noch verbindlich. Es fehlt noch immer ein Gesamtkonzept zur Zukunft der Gewässernutzung in und um Leipzig, das in der Lage ist, Belange des Naturschutzes, des Hochwasserschutzes, der Stadt- und Landschaftsentwicklung, der Naherholung und des Tourismus in Einklang zu bringen. Dass es anderswo besser geht, zeigen Renaturierungsprojekte an Rhein, Havel, Ruhr, Lippe und Isar. Sie wurden von den Anwohnern begeistert angenommen und gelten als weiche Standortvorteile.

Nach dem offiziellen Rücktrittsschreiben von Umweltverbänden und PRO LEIPZIG hat der Grüne Ring Leipzig (GRL) eine Replik auf seine Webseite gestellt. Als zielführender erwies sich aber die Einladung des Sprechers des GRL, des Leipziger Bürgermeisters für Umwelt, Ordnung und Sport, Heiko Rosenthal, zu einem gemeinsamen Treffen am 29. November 2019. Er brachte den Leiter des Amtes für Stadtgrün und Gewässer, Rüdiger Dittmar; die dortige Abteilungsleiterin für Wasserwirtschaft und Flächenmanagement, Angela Zábojník; die Leiterin der Geschäftsstelle des GRL, Heike König sowie Dr. Christian Wirth, Professor für funktionelle Botanik an der Universität Leipzig mit. Von Seiten des BUND stellten Justus Wulff und Heiko Rudolf in einführenden Vorträgen die Position der Verbände und des Bürgervereins nochmals ausführlich dar, präsentierten unsere gemeinsame Vision einer gesunden Leipziger Auen- und Gewässerlandschaft, machten konkrete Vorschläge, wie man dahin gelangen könnte. Für NABU Leipzig waren René Sievert und Kirsten Craß unterstützend dabei, für den Ökolöwen Friederike Lägel, für PRO LEIPZIG die Vorstände Martin Malangeri und Michael Liebmann. Während auf dem Ring tausende Menschen bei „Fridays for Future“ wirksame Maßnahmen gegen den Klimawandel anmahnten, vollzog sich das Gespräch drinnen in sehr aufgeschlossener und konstruktiver Atmosphäre. Es wurde vorerst über das Große, Ganze diskutiert und (noch) nicht kleinteilig. Man hörte einander zu und konnte einzelne Missverständnisse ausräumen. Hier und da wurde es schon konkret. So hätte man sich das auch beim Runden Tisch gewünscht. Ob die Verbände und PRO LEIPZIG an jenen zurückkehren, bleibt vorerst offen; zunächst wurde ein zweites Treffen in dieser kleineren Runde begrüßt, zu der Bürgermeister Rosenthal eingeladen hat. Die am 29.11. erlebte konstruktive Gesprächsatmosphäre stimmt zuversichtlich, dass es wieder vorangeht - zum Wohle der Stadt Leipzig, seiner Auwälder und Gewässer.


Vorweihnachtliche Buch-Messe beim PRO LEIPZIG e.V.

© ndr.de

Der Bürgerverein PRO LEIPZIG lädt zur eigenen Buch-Messe in die Räumlichkeiten Waldstraße 19 ein!

Donnerstag, den 28. November 2019, von 13 - 19 Uhr

Freitag, den 29. November 2019, von 11 - 19 Uhr

Samstag, den 30. November 2019, von 15 - 19 Uhr

stellen wir Neuerscheinungen vor, bieten ältere Publikationen und Mängelexemplare verbilligt an, haben noch einige Exemplare längst vergriffener Pro-Leipzig-Bücher im Angebot - und das nur an diesen Tagen und nicht im Buchladen oder Versand. Da sollte sich doch das eine oder andere Weihnachtsgeschenk finden lassen! Stöbern Sie in unserem Sortiment, plauschen Sie mit unseren Vereinsmitgliedern über unsere Publikationen, die Leipziger Geschichte oder aktuelle Entwicklungen in dieser Stadt. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!


Pro Leipzig fördert die Restaurierung des Knauthainer Gefallenendenkmals

Unser Vereinsvorstand Michael Liebmann hat 2018 im Auftrag des Kulturamtes und von Pro Leipzig in ausführlichen Gutachten die Provenienz von neun Gefallenendenkmalen unserer Stadt erforscht. Darunter befand sich auch jenes Denkmal vor der Hoffnungskirche Knauthain, welches seit Jahrzehnten verwittert. Es erinnert an 42 im Ersten Weltkrieg gefallene und vermisste Knauthainer. Das Denkmal, von den Knauthainer Gemeindeverordneten initiiert, finanziert aus der Gemeindekasse, vor allem aber aus Spenden, konnte am 25. April 1926 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung eingeweiht werden. Da es zur Zeit der Errichtung keinen geeigneten öffentlichen Platz in Knauthain gab, stellte der Kirchenvorstand unter Pfarrer Otto Niedner den Platz vor der Kirche zeitlich unbegrenzt kostenlos zur Verfügung. Das Denkmal selbst blieb aber Eigentum der Gemeinde Knauthain und ist seit der Eingemeindung im Jahre 1936 Eigentum der Stadt Leipzig. Heute sind die Namen der Gefallenen und die Inschriften nicht mehr lesbar, auch fehlen Teile des Porphyr-Quaders. Der Adler, der das Denkmal einst bekrönte, wurde 1946 heruntergerissen. Er konnte aber 1955 zum Guss der neuen „Friedensglocke“ der Kirche verwendet werden. Einige ältere Bewohner des Stadtteils haben schon mehrfach eine Wiederherstellung des Denkmals angeregt. Eine denkmalpflegerische Zielstellung sollte zunächst u. a. klären, ob der einstige Adler heute wieder aufgesetzt werden soll und wie das Denkmal künftig besser vor Verwitterung geschützt werden kann. Ein restauriertes Denkmal hätte nicht nur einen ästhetischen Wert für das Ortsbild im Umfeld der Hoffnungskirche. In einer Zeit, in der die Zeugen der Schrecken des letzten Krieges immer weniger werden, in der wir tagtäglich vorm Fernseher die Kriege in der Welt immer gleichgültiger verfolgen, in dieser (unserer) Zeit ist es umso wichtiger, greifbare Erinnerungen an die Folgen von Kriegen für die heutigen und die künftigen Generationen zu bewahren. Ein „lesbares“ Knauthainer Denkmal könnte zeigen, dassder Krieg von 1914 bis 1918 bis in den kleinsten Ort hinein große Opfer forderte und in etwa 40 Familien Lücken – Väter, Söhne und Geschwister – riss. Erinnert sei auch daran, dass der Zweite Weltkrieg allein unter den Knauthainern 250 Gefallene und Vermisste forderte! Die Knautkleeberger zählten 240 Gefallene und Vermisste, die Hartmannsdorfer 41 und die Rehbacher 14. Hinzu kamen in den Ortsteilen noch 21 Tote durch Luftangriffe (Angaben nach der Chronik von Arthur Löwe). Anlässlich des 100. Jahrestages der Beendigung des Ersten Weltkrieges initiierte die Stadt Leipzig die Restaurierung einer Reihe von Gefallenendenkmalen. Auch eine Restaurierung des Knauthainer Denkmals ist nun in diesem Rahmen möglich. Bei erfolgreicher Einwerbung von Fördermitteln und Spenden könnte die Maßnahme 2019 beginnen. Die Stadt Leipzig hat für unterstützende Spenden folgendes Konto eingerichtet: IBAN: DE 76 8605 5592 1010 0013 50, BIC: WELADE8LXXX, Verwendungszweck: 5.0451.000066.6


Pro Leipzig trauert um zwei längjährig mitwirkende Autoren

Heinz Hieke (4.2.1934–30.10.2019) arbeitete viele Jahre als Lektor beim Leipziger St. Benno Verlag. Daneben und nach dieser Tätigkeit wirkte er in Abstimmung mit dem Sächsischen Landesamt für Archäologie ehrenamtlich als Bodendenkmalpfleger im Leipziger Südwesten bzw. in den devastierten Orten Bösdorf und Eythra. Vor allem aus diesen Orten rettete er wertvolle Teile von historischen Bauwerken vor der Vernichtung. Ein Teil davon ist in einem Lapidarium auf dem Anger der Angersiedlung Knauthain zusammengefasst und öffentlich zugänglich. Viele Funde seiner äußerst wertvollen archäologischen Untersuchungen dokumentierte er in Publikationen. Heinz Hieke wirkte u. a. an den Pro-Leipzig-Publikationen „Im Leipziger Elsterland“ (1997), an der dreibändigen Ausgabe „Hinter den Pappeln. Geschichten aus Knauthain, Knautkleeberg, Hartmannsdorf, Knautnaundorf und Rehbach“ (2002–2004) sowie an den Bänden Angersiedlung Knauthain (2007) und Knauthainer Lebensbilder (Bd. 1, 2012) mit.

Claus Uhlrich (12.5.1930–3.11.2019) arbeitete als Germanist und Buchautor. Am 1.4.2008 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Paul-Benndorf-Gesellschaft zu Leipzig. Als ein Zeichen der besonderen Wertschätzung, wegen seiner umfangreichen, jahrzehntelangen heimatgeschichtlichen Forschungen, ehrte ihn der Vorstand der Gesellschaft mit der Mitgliedsnummer 001. Seine zahlreichen Publikationen und Vorträge, die er in unermüdlicher Arbeit auf den Weg brachte, werden als bedeutsame Zeugnisse der Leipziger Kulturforschung auch künftig Bestand haben. Claus Uhlrich wirkte u. a. an den Pro-Leipzig-Publikationen „Der Marienborn“ (2001), „Majestät hatten sich die Beine gebrochen ... und andere Geschichten über Leipziger Denkmale und Plastiken“ (2005) und „Die Toten mahnen. Kriegerdenkmale in und um Leipzig“ (2015) mit. Für letztgenannte Arbeit wurde ihm 2016 der Sächsische Landespreis für Heimatforschung verliehen.



30 Jahre Friedliche Revolution - Lichtfest am 9. Oktober 2019

Foto: Tom Schulze

Unter dem Motto „Herbst 89 – Aufbruch zur Demokratie“ begingen die Leipziger und ihre Gäste am Abend des 9. Oktober das Lichtfest Leipzig – für viele der emotionale Höhepunkt der Feierlichkeiten in Erinnerung an die entscheidende Montagsdemo vor 30 Jahren. Trotz der tragischen Ereignisse in Halle und der regnerischen Witterung waren rund 75.000 Besucher der Einladung gefolgt, sich nach der Eröffnung des Lichtfestes auf dem Augustusplatz zu Fuß auf den Weg um den Leipziger Innenstadtring zu begeben und entlang der historischen Demonstrationsstrecke zahlreiche Lichtinterventionen zu erleben. Licht, Bild- und Videomaterial überlagerten Fassaden und Räume entlang der rund 3,6 km langen Strecke, Soundcollagen ergänzten den visuellen Ansatz. (Andreas Schmidt, Leipzig Tourismus und Marketing GmbH)
 




Schüler erobern das Neue Rathaus. "Kommunalpolitisches Planspiel" bringt Jugendlichen Stadtpolitik näher

Am 2. Oktober fand ein „Kommunalpolitisches Planspiel“ im Neuen Rathaus von Leipzig statt. Eine 9. Klasse vom Johannes-Kepler-Gymnasium aus Kleinzschocher eroberte das Rathaus und lernte den Stadtrat aus einer ganz neuen Perspektive kennen. Organisiert wurde der Projekttag von Eric Buchmann, Lehrer am selben Gymnasium. Die Schüler lernten spielerisch, wie Kommunalpolitik funktioniert und der Stadtrat arbeitet. In verschiedenen Schüler-Fraktionen beschäftigten sich die Jugendlichen mit kommunalen Themen wie der Frage, ob in Leipzig der Klimanotstand ausgerufen werden soll. „Es ist toll, mit anzusehen, wie engagiert und professionell die Schüler arbeiten. Sie diskutieren angeregt über die Themen, die uns als echte Stadträte ebenfalls sehr beschäftigen.“, so CDU-Stadtrat Michael Weickert, der das Planspiel den Tag über mit begleitete. In einer Schüler-Ratssitzung wurden am Ende die Themen heiß diskutiert. Auch Quentin Kügler, Sprecher des hiesigen Jugendparlaments, war mit vor Ort, stellte das Jugendparlament vor und gab nützliche Tipps. „Gerade nach den jüngsten Ereignissen in Sachsen wird von einer Stärkung der politischen Bildung gesprochen. Mit dem Planspiel möchte ich auch andere Lehrer ermuntern, außerschulische Lernorte wie ein Rathaus in den Politikunterricht zu integrieren. Dort kann Demokratie authentisch, spannend und lehrreich gelernt und gelebt werden.“ so Buchmann abschließend.


Große Nachfrage und viel Spaß beim Elsterstausee-Rundgang

Es mochte an der Ankündigung in der LVZ, der Plakatierung an ausgewählten Orten und/oder am besonderen Interesse der Leipziger Bürger am Thema gelegen haben, dass trotz Regen- und Unwetterwarnungen sowie zwischenzeitlichen Tröpfelns am Sonntag, den 29.9.19, die unerwartet große Zahl von 45 Leuten den Weg zum trockengefallenen Elsterstausee gefunden haben. Organisiert und moderiert von Pro-Leipzig-Mitglied Peter Helbig fand ein zweistündiger Rundgang um das Areal statt, wobei an verschiedenen Stationen der Historiker Dr. Thomas Nabert Wissenswertes zur Historie und der Stadtförster Andreas Sickert Interessantes zur aktuellen Landschaftspflege zu berichten wussten. Dabei gab es auch so manche Anekdote zu belächeln. Anschließend ließ ein Großteil der Teilnehmer den Nachmittag im "Flotten Radler" bei Fischbrötchen, Kaffee, Bier und freundlichen Gesprächen ausklingen. Die einhellige Meinung von Veranstaltern und Gästen war: Gerne wieder!

Ehemalige Badestelle mit Blick auf den "See"


Die Gruppe an der Flutrinne
Stadtförster Andreas Sickert im Gespräch
Thomas Nabert und Peter Helbig beim historischen Vortrag



PRO LEIPZIG lädt ein zur Elsterstausee-Exkursion am 29. September 2019!


Das Stadtteillexikon für Schönefeld-Abtnaundorf und Neustadt-Neuschönefeld kommt! Erstverkauf auf dem Abtnaundorfer Parkfest am 7. September 2019

Es hat mehr Mühe bereitet und länger gedauert als gedacht, die Finanzierung des Stadtteillexikons sicherzustellen. Aber nun ist es endlich so weit: Das Buch ist im Druck! Wenn nicht noch ungeahnte Probleme bei den fleißigen Druckern auftreten, liegen die ersten Exemplare des Lexikons beim Abtnaundorfer Parkfest am 7. September 2019 auf dem Tisch unseres Kooperationspartners "Wir für Schönefeld e.V." zum Verkauf bereit. Ab Montag, den 9. September 2019, ist es dann bei PRO LEIPZIG  in der Waldstraße 19 während unserer Öffnungszeiten (bzw. jenseits davon nach Absprache) oder über unseren Webshop erhältlich. Natürlich findet man das Buch auch in gutsortierten Buchläden dieser Stadt. Wir danken jenen Menschen aufrichtig, die mit ihrer Spende zu den Druckkosten des Lexikons beigetragen und somit die langerwartete Veröffentlichung möglich gemacht haben!



PRO LEIPZIG zieht sich vom Runden Tisch zur Fortschreibung des Wassertouristischen Nutzungskonzeptes zurück

Bildquelle: Julke / L-IZ

Zusammen mit den Umwelt- und Naturschutzverbänden BUND Leipzig, NABU Leipzig und Ökolöwe hat unser Bürgerverein am 22. Juli 2019 seinen Rückzug vom Runden Tisch zur Fortschreibung des Wassertouristischen Nutzungskonzeptes (WTNK) bekanntgegeben. Der bereits 2018 ausgestiegende Naturschutz- und Kunstverein NuKLA hat uns gegenüber schon seine Freude über diesen Entschluss zum Ausdruck gebracht. Hier der Wortlaut unserer gemeinsamen Rücktrittserklärung:

"Die Umweltverbände BUND Leipzig, NABU Leipzig, Ökolöwe – Umweltbund Leipzig e.V. sowie der Bürgerverein Pro Leipzig erklären hiermit ihren Rücktritt vom sogenannten Runden Tisch zur Fortschreibung des Wassertouristischen Nutzungskonzepts (WTNK). Begründet wird der Rücktritt durch fehlende Diskussion des Grundsätzlichen und von durchaus auch touristisch relevanten Alternativen sowie die fehlende Folgenbetrachtung bei Umsetzung des WTNK. Der Fokus der Initiatoren liegt ausschließlich auf einer fortschreitenden Gewässernutzung und beim Ausbau für den Boots- und Schiffsverkehr. Andere weiche Standortfaktoren werden ausgeblendet.  

Prämissen für ein ergebnisoffenes Beteiligungsverfahren hatten die Umweltverbände bereits im Vorfeld dargelegt (Positionspapier der anerkannten Natur- und Umweltvereinigungen zum WTNK 27.07.2018). Zunächst sollten verschiedene Entwicklungsperspektiven für einzelne Gewässerabschnitte aufgezeigt werden. Um eine fundierte Abwägung zu ermöglichen, sollten dabei Chancen und Konflikte hinsichtlich Naturraum, Naherholung und Sport sowie Bau- und Bewirtschaftungskosten transparent erfasst und bewertet werden. Da dieser Diskurs am Runden Tisch bisher nicht stattfand und offensichtlich auch nicht stattfinden wird, ziehen die Verbände jetzt ihre Konsequenzen daraus.

Für die Verbände ist es selbstverständlich, dass Menschen sich zur Erholung und Freizeitgestaltung auch der Gewässer bedienen, wie es beim sogenannten Gemeingebrauch geregelt ist. Der Bürgerverein Pro Leipzig hat seit Mitte der 1990er Jahre eine Nutzung der Leipziger Fließgewässer, der neuen Seen und Gewässerverbindungen für Naherholung und touristische Angebote – unter Wahrung des Natur- und Landschaftsschutzes sowie des Stadtbildes – mit mehreren Publikationen sowie durch Mitwirkung an städtischen Vorhaben und in der Region maßgeblich gefördert. Seine Bemühungen galten und gelten dabei dem Wasserwandern mit muskelbetriebenen Booten, der Unterstützung und Begrenzung der Personenschifffahrts- und Bootsverleihunternehmen sowie der Förderung des Breiten- und Leistungssports auf den Gewässern.

Um Konflikte zu vermeiden, braucht es eine hinreichende Berücksichtigung der unterschiedlichen, möglicherweise divergierenden Interessen (bspw. Wasserweitschaft, Umwelt- und Naturschutz, Sport, Erholung, Tourismus) und das am besten durch konstruktive Gespräche und fachliche Klärung. Darin bestand die Motivation der Verbände und des Bürgervereins am Runden Tisch engagiert mitzuwirken.

Die Gewässerentwicklung ist mittlerweile durch teure Großprojekte und teilweiser Überlastung infolge intensiver Bootsnutzung geprägt. Der angestrebte weitere Ausbau für Motorboote verschärft zudem die Konflikte mit Sport und Naherholung, ohne günstige Alternativen für einen sanften Tourismus zu prüfen. Für die Verbände steht fest, dass eine lebendige und nachhaltige Gewässerlandschaft so nicht gelingt. Die begleitenden Auen- und Lebensräume werden ebenso wenig berücksichtigt, wie eine verträgliche Stadtentwicklung mit Teilhabe für jedermann. Wesentliche Synergien aus Umweltschutz, Naherholung und Sport zur Entwicklung weicher Standortvorteile bleiben ungenutzt.

Zeitgleich zum Runden Tisch werden eifrig Fakten geschaffen und Projekte vorangetrieben. So wurden im Zuge des Kohleausstiegs WTNK-Projekte für circa 400 Millionen Euro bei der Bundesregierung angemeldet, obwohl beim Struktur-, Energie- und Mobilitätswandel ganz andere Aufgaben zu stemmen sind (unter anderem Elster-Saale-Kanal, Wasserschlange Markleeberg). Bürgerumfragen zum Motorbootverkehr oder das Beteiligungsverfahren zum Pleißemühlgraben im Bereich der Feuerwache zeigen, dass Bürgervoten und gute Argumente wenig Berücksichtigung bei den Entscheidungsträgern finden.

Unter all diesen Umständen bleibt den Umweltverbänden sowie Pro Leipzig nur der Rücktritt vom Runden Tisch, um der wiederholt praktizierten Vereinnahmung durch die WTNK-Initiatoren zu begegnen. Dennoch werden die Verbände die Fortschreibung des WTNK weiterhin kritisch begleiten und konstruktive Vorschläge erarbeiten, auch im Kontext des von ihnen geforderten Genehmigungsverfahrens mit Öffentlichkeitsbeteiligung.  

Hinsichtlich der Gewässerentwicklung und -nutzung haben die Verbände folgende Forderungen und Empfehlungen:

1. Aufstellung eines umfassenden Gewässerentwicklungskonzeptes unter Berücksichtigung aller damit verbundenen Interessen.

2. Moratorium für sämtliche Maßnahmen und Projekte aus dem WTNK sowie aus dessen Fortschreibung, bis ein verbindlicher Plan mit Beteiligung der Öffentlichkeit (Strategische Umweltprüfung) entsprechend den gesetzlichen Vorgaben von den zuständigen politischen Gremien aufgestellt und beschlossen wird.

3. Handlungsempfehlung an den Leipziger Stadtrat, die Kommunalverwaltung mit der Prüfung von abschnittsbezogenen Alternativvorschlägen zur naturräumlichen, städtebaulichen und wassertouristischen Entwicklung zu beauftragen.

4. Begrenzung der Gewässernutzung in Abkehr zur derzeitigen Kommerzialisierung der Leipziger Gewässer, d.h. Fokussierung auf muskelbetriebenen Bootsverkehr und dessen Steuerung, Ausschluss der Motorbootnutzung auf Gewässern im Leipziger Auwald über den bisherigen minimalen Umfang hinaus.

5. kein weiterer Gewässerausbau für Motorbootverkehr.

Einschätzungen und Vorschläge zu ausgewählten Gewässerabschnitten werden die Unterzeichnenden demnächst aufbereiten."

Erste Medienreaktionen gab es auch schon. Hier die Berichterstattung von Leipziger Internetzeitung, Leipziger Volkszeitung und Mitteldeutschem Rundfunk:

https://www.l-iz.de/politik/engagement/2019/07/Auch-NABU-BUND-Oekoloewe-und-Pro-Leipzig-verlassen-den-Runden-Tisch-zum-WTNK-286811

https://www.mdr.de/sachsen/leipzig/leipzig-leipzig-land/verbaende-wasserstadt-leipzig-kritik-100.html

https://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Streit-ueber-Zukunft-des-Wassertourismus-in-Leipzig-verschaerft-sich

https://www.l-iz.de/politik/leipzig/2019/07/Umweltverbaende-fordern-sofortigen-Stopp-von-Plaenen-zu-Markkleebeger-Wasserschlange-und-Elster-Saale-Kanal-286836


Neue Öffnungszeiten in der Waldstraße 19!

Ende August 2019 geht unserer langjähriger Büromitarbeiter Peter Schiefner in seinen wohlverdienten Ruhestand. In Vorbereitung dessen stellt PRO LEIPZIG seine gesamte Verwaltungs- und Büroorganisation neu auf. Da der Publikumsverkehr nicht mehr die Quantität früherer Jahre aufweist, wäre es unwirtschaftlich, den Vereinssitz weiterhin fünf Tage die Woche acht Stunden durchgehend geöffnet zu halten. Deshalb haben Vereinsvorstand und Geschäftsführer beschlossen, die garantierte Büropräsenz auf zwei Halbtage die Woche zu beschränken. Geöffnet ist ab sofort

Dienstag 10 bis 14 Uhr und Donnerstag 13 bis 17 Uhr.

Dies heißt nicht, dass an den anderen Wochentagen niemand erreichbar ist oder das Büro mit seinen Publikationsverkaufsflächen unbesetzt bleibt. Der Aufenthalt unserer Vereinsmitglieder erfolgt in jener Zeit aber unregelmäßig. Wer außerhalb der regulären Öffnungszeiten in der Waldstraße 19 eine Publikation erwerben oder ein Anliegen besprechen möchte, den bitten wir um eine schriftliche Vereinbarung per E-Mail. Unsere Vereinsmitglieder werden Ihnen dann entsprechend der Absprache außerplanmäßig zur Verfügung stehen.


Bürgerumfrage zum "Masterplan Grün" noch bis zum 31. Mai 2019

Die Bürger Leipzigs empfinden ihre Stadt als vegetations- und gewässerreich, auch wenn die meisten Großstädte Deutschlands höhere Grünanteile aufweisen (mit 42,4% Vegetationsfläche inkl. begrünter Dächer belegt Leipzig unter den 79 Großstädten nur den vorletzten Platz). Diesen Anteil bei zunehmender Einwohnerdichte und des dadurch notwendigen Wohnungsbaus wenigstens zu erhalten oder, z.B. über mehr Straßenbäume bzw. Gebäudebepflanzungen, sogar auszudehnen, sollte Ziel bürgerschaftlicher Anstrengungen sein. Die Stadtverwaltung ist sich der hohen Erwartungen und ambivalenten Forderungen bewusst, hat deshalb den "Masterplan Grün" ins Leben gerufen. Dort sammelt sie Ideen, wie die grün-blaue Infrastruktur auch bei vermehrter Versiegelung der Stadtfläche erhalten und verbessert werden kann. Seit 21. Februar und noch bis 31. Mai 2019 können die Leipziger Bürger auf dem Beteiligungsportal der Stadt ihre Ideen und Wünsche kundtun:

https://buergerbeteiligung.sachsen.de/portal/leipzig/beteiligung/aktuelle-themen/1012665

Im Gegensatz zur Online-Bürgerbeteiligung im Zusammenhang mit der Freilegung des Pleißemühlgrabens im Bereich Feuerwache Anfang des Jahres erfolgt der Zugang zur Umfrage anonym und ohne umständliche Registrierung, die Beteiligung kann in 15 Minuten erledigt sein - je nachdem, wieviele Anregungen man schriftlich hinterlassen mag. Etliche Mitglieder von PRO LEIPZIG haben diese Möglichkeit der Themensetzung genutzt. Je mehr Bürger sich mit einem Aspekt an der Umfrage beteiligen, desto höher wird dieser in der Prioritätenliste der Verwaltung bewertet und es steigt die Chance seiner Umsetzung. Freilich ist diese Bürgerbeteiligung keine rechtlich verbindliche: Ein Nachfragen im städtischen Bürgerbüro bestätigte, dass es sich um eine Themensammlung handele, aber die Verwaltung letztlich selbst über nachfolgenden Maßnahmen entscheidet. Nichtsdestotrotz rufen wir die Leipziger dazu auf, sich zu beteiligen. Jetzt werden die Themen gesetzt, die im nächsten Jahrzehnt angegangen werden. Wer keine Wünsche äußert, kann später nicht über deren Nichterfüllung klagen.


Leipzigs Stadtbüro ab 9. April 2019 am neuen Standort, Burgstraße 1 (Zugang über Markgrafenstraße 3)

 

Nach Abschluss des Umzugs von der Katharinenstraße in die Markgrafenstraße ist das kommunale Stadtbüro ab dem 9. April wieder für die Bürger geöffnet, bietet Vereinen und engagierten Bewohnern Information, Beratung und einen Ort zum konstruktiven Austausch. Aus diesem Anlass organisiert die Kommune eine "Eröffnungswoche" mit folgenden Angeboten und lädt dazu herzlich ein:

9. April, 13-18 Uhr: Eröffnung des Stadtbüros durch Oberbürgermeister Jung und Baubürgermeisterin Dubrau mit anschließender Präsentation von Räumlichkeit und Team.

10. April, 13-18 Uhr: Am "Thementag Lokale Demokratie" werden Möglichkeiten und Angebote der lokalen Demokratie vorgestellt, 14-15 Uhr steht Verwaltungsbürgermeister Hörning dazu Rede und Antwort.

11. April, 13-18 Uhr: Am "Thementag Bürgerbeteiligung" sollen Angebote der Bürgerbeteiligung aufgezeigt und aktuelle Beteiligungsverfahren der Stadtverwaltung vorgestellt werden. PRO LEIPZIG wird dabei sein und sich ein Bild über kommunale Projekte machen, bei denen eine echte Bürgerbeteiligung möglich sein könnte und tatkräftige Mitwirkung Sinn ergibt. 14-15 Uhr ist dazu Stadtplanungsamtsleiter Heinig zu befragen.

12. April, 13-18 Uhr: Am "Thementag Bürgerschaftliches Engagement" wird die Ausstellung "Leipzig engagiert" eröffnet (15 Uhr), bei der sich 20 gemeinnützige Vereine und Initiativen mit ihren Zielstellungen und ihrer Arbeit vorstellen. Damit soll die Vielfalt des bürgerschaftlichen Ehrenamts präsentiert und gewürdigt werden. PRO LEIPZIG gehört nicht zu den ausgewählten Ausstellern, ist aber vor Ort, um mit anderen Engagierten ins Gespräch zu kommen.

Nach der Eröffnungswoche ist das Stadtbüro montags bis donnerstags 13-18 Uhr und freitags 13-16 Uhr geöffnet.


Pro Leipzig e.V. Opfer haltloser Diffamierung

Die Mitglieder und Mitarbeiter des PRO LEIPZIG e.V. sind äußerst traurig und betroffen über Schmierereien auf dem Eingangsschild zum Büro des Vereins in der Waldstraße. Neben obszönen Beleidigungen wird der Verein als „Nazi e.V.“ diffamiert. Seit 1990 trägt die Initiative (seit 1993 Verein) den Namen "PRO LEIPZIG". Wer die Arbeit des Vereins der letzten 29 Jahre kennt, weiß, dass PRO LEIPZIG keinerlei Schnittmengen mit den Inhalten politischer Vereinigungen, schon gar nicht an den politischen Rändern hat. Über 380 im Laufe der Jahre erschienene Publikationen mit einer Gesamtauflage von fast einer Million verbreiteter Bücher und Broschüren vor allem in und um Leipzig sind ebenso Beleg dafür wie das jahrzehntelange Streben nach behutsamer Stadt- und Regionalentwicklung, nach dem Erhalt von Baudenkmalen, nach größtmöglicher und echter Bürgerbeteiligung - hinzu kommen umfassende Arbeiten zur Stadt- und Regionalforschung. Wie passt die besagte Diffamierung etwa zu der Tatsache, dass PRO LEIPZIG auch etliche Publikationen zur jüdischen Geschichte in Leipzig veröffentlicht hat, dass in unseren Lexika und anderen Werken zur Stadtgeschichte viele echte Antifaschisten gewürdigt werden, oder etwa, dass etliche Publikationen von PRO LEIPZIG hohe Auszeichnungen bekommen haben – eine darunter sogar in Israel?

PRO LEIPZIG kann nichts dafür, dass sich in anderen Städten oder Bundesländern Gruppierungen mit politischen Zielen das lateinische „pro“ (für) voranstellen. Der PRO LEIPZIG e.V. hat sich 29 Jahre ausschließlich „für“ eine lebenswerte und weltoffene Stadt und Region eingesetzt. Wenn wir dafür als „Nazis“ bezeichnet werden, dann müsste wohl die übergroße Mehrheit der Leipziger mittlerweile ebenso bezeichnet werden. Wir hoffen, dass die politischen Kräfte in dieser Stadt, vor allem die Stadtratsfraktionen, die unsere Arbeit kennen, sich zu dieser Diffamierung positionieren. Wir hoffen, dass insbesondere Politiker und Politikerinnen, die der linken Szene nahestehen, Aufklärungsarbeit leisten.

Betroffene, die ähnliche Erfahrungen machen mussten, meinen, dass selbst nach den haltlosesten Anschuldigungen "immer etwas hängen bleibt". Wir stehen dennoch zu unserem Namen, wie auch weiterhin zu unseren gemeinnützigen Zielen und Anliegen und bitten dabei um Unterstützung.

Dr. Thomas Nabert (Geschäftsführer)

Update: Sowohl die Leipziger Internetzeitung (L-IZ) als auch die Leipziger Volkszeitung (LVZ) berichten über den Vorfall und verurteilen die Schmiererei.


Leipziger Buchmesse vom 21. März bis 24. März 2019

Der PRO LEIPZIG e.V. betreibt auch dieses Jahr wieder einen eigenen Stand auf der Buchmesse und steht dort als Ansprechpartner in Sachen Bürgerbeteiligung, Stadtentwicklung und Eigenpublikationen zur Verfügung. Wir freuen uns, mit den Leipzigern und ihren auswärtigen Gästen ins Gespräch kommen zu können. Und natürlich bewerben wir unsere jüngsten und zukünftigen Bücher und Projekte. Sie finden uns in Halle 5, am Stand F 214.


Spendenaufruf für eine geplante Neuerscheinung

 

Neuestes Buchprojekt von PRO LEIPZIG ist dieses Stadtteillexikon, an dem zehn Autoren zwei Jahre lang ehrenamtlich forschten und schrieben und dessen Manuskript nun druckreif vorliegt. Mit 384 Seiten ist es nicht nur quantitativ das bisher umfassendste in dieser Reihe. Illustriert mit 362 Karten und Bildern bieten 195 Einzelstichworte einen Überblick zu Geschichte und Gegenwart von Abtnaundorf und Schönefeld, dessen alte Flur einst auch die heutigen Ortsteile Schönefeld-Ost, Neustadt und Neuschönefeld umfasste - welche deshalb ebenfalls Bestandteil des Buches sind. Das Lexikon ist nicht nur den Autoren eine Herzensangelegenheit sondern vielen Einwohnern von Leipzig-Nordost, wie etliche Nachfragen und die gespannte Erwartung der Veröffentlichung beweisen. Das verwundert nicht, gibt es doch zu vielen Orten Leipzigs umfassende Publikationen, während dieses Stadtgebiet bisher von der Forschung recht stiefmütterlich behandelt wurde - wie das Fehlen von Gesamtdarstellungen zeigt. Diese Lücke möchte das Lexikon schließen helfen. Leider kann unser gemeinnütziger Verein, der ohne Fördergelder auskommen muss, die Kosten für Bildlizenzen und Druck nicht aufbringen. Wir bitten deshalb um Spenden, um das Buch zum Abschluss und in die Läden bringen zu können. Jeder Spender wird im Text namentlich erwähnt, auch können Inserate geschaltet werden, was für Gewerbetreibende einen Werbeeffekt hat, da das Buch auf Jahre hinaus das Standardwerk zu Schönefeld-Abtnaundorf und Neustadt-Neuschönefeld sein dürfte. Eine steuerlich anrechenbare Spendenquittung wird selbstverständlich ausgestellt.

Helfen Sie mit Heimatkunde erlebbar zu machen! Beteiligen Sie sich an den Druckkosten und fördern Sie die Entwicklung des Leipziger Nordostens! Für dessen Außendarstellung und die Selbstvergewisserung seiner Bürger ist dieses Buch unverzichtbar. Vielen Dank!

Spenden Sie bitte an Pro Leipzig e.V., Sparkasse Leipzig, IBAN: DE32 8605 5592 1100 2581 20, BIC: WELADE8LXXX


"Neue Ufer", schlechter Stil

"Auf zu neuen Ufern" titelte die LVZ am 24.1.2019 und zitierte damit den Stadtrat Schlegel, der solcherart die Entscheidung des Stadtrates vom Vortag feierte, den Pleißemühlgraben nun doch an den Goerdelerring zu verlegen. Herrn Schlegels Hinweis an die am historischen Verlauf interessierten Bürger und Vereine, "Geschichte kann nicht der alleinige Maßstab sein, um tunnelblickartig  alles unterzuordnen", entbehrte dabei nicht einer gewissen Ironie, ist des Stadtrats strikte Verteidigung der DDR-Baugeschichte doch allseits bekannt. Nun denn, letztlich stimmten leider nur 18 Stadtparlamentarier für den historischen Verlauf des Pleißemühlgrabens, 45 für seine Umverlegung. Dies ist eine demokratische Entscheidung, die die Mitglieder von Pro Leipzig akzeptieren - auch wenn die Enttäuschung darüber groß ist. Nichtsdestotrotz bleibt ein schaler Beigeschmack aufgrund der Art und Weise, wie im Vorfeld der Abstimmung mit dem geäußerten Bürgerwillen umgegangen wurde (wir berichteten). Komisch, dass alle im Bürgerbeteiligungsverfahren involvierten Leipziger der festen Überzeugung waren, dass ihre Entscheidung als bindende Empfehlung an den Stadtrat weitergegeben würde. So hat es das mehrere zehntausend Euro teure Moderationsteam während des Verfahrens auch kommuniziert. Nunmehr von OBM Jung zu hören, es sei ja nur darum gegangen, eine irgendwie geartete, nicht bindende Bürgermeinung zu eruieren, dann hätte es auch eine LVZ-Telefonumfrage getan und nicht dieses teuren und aufwendigen Prozederes bedurft. Es ist schade, dass sich die Mehrheit der Stadträte von der aus dem Hut gezauberten Drohkulisse einer zusätzlich nötigen Feuerwache beeindrucken ließ. Von der Notwendigkeit und den Kosten dieses Objekts war im Beteiligungsverfahren nie die Rede gewesen, weshalb BM Rosenthals Anmerkung, "Eine umfangreiche Faktenerhebung ist Voraussetzung für eine Bürgerbeteiligung", recht merkwürdig klingt - hat ebendiese ja bis heute nicht stattgefunden. Wie gesagt, die demokratische Entscheidung des Stadtrates ist hinzunehmen. Was dies aber für die zukünftige Zusammenarbeit von Bürgervereinen und Stadtverwaltung bedeutet, ist noch gar nicht abzusehen. Welcher Bürger wird sich in Zukunft noch engagieren und seine Freizeit in kommunale Sachthemen investieren wollen, wenn seine Meinung letztendlich nachträglich entwertet und für unerheblich erachtet wird? Wenn die Stadtverwaltung ohne ernsthafte Bürgerbeteiligung durchregieren möchte, bitteschön. Nur mit einer lebendigen Demokratie hat das Ganze dann nichts mehr zu tun.


Frohe Weihnachten!

Der Vereinsvorstand wünscht allen Vereinsmitgliedern und -unterstützern ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Vielen Dank an alle, die 2018 mit dem Erwerb unserer Publikationen nicht nur Geschmack und Fachwissenschaft bewiesen sondern auch die Erfüllung unserer Vereinsziele möglich gemacht haben. Möge 2019 für Jedermann ein friedliches und erfolgreiches Jahr werden!

Wegen des verdienten Urlaubs unseres Büromitarbeiters, Peter Schiefner, kann unser Büro in der Waldstraße 19 zwischen Weihnachten und Neujahr (27.12.2018 - 3.1.2019) vertretungsweise leider nur sporadisch besetzt werden. Besuchswilligen wird ein Vorabanruf empfohlen, um ärgerliche Umsonstwege zu vermeiden.

Quelle: MDR



Brief des Fördervereins Neue Ufer an die Stadträte betr. Verwaltungsvorlage zur Öffnung des Pleißemühlgrabens an der Hauptfeuerwache:

"Wenn Bürgerbeteiligung stört, wird eine Kostenkeule erfunden

Die perfide Strategie des Amtes für Stadtgrün und Gewässer (ASG) ist offenkundig. Nun soll eine Kostenkeule von fast 15 Millionen Euro Stadträte, Presse und Öffentlichkeit beeindrucken und das Konzept des Fördervereins Neuer Ufer sowie das Ergebnis des Bürgervotums diskreditieren.

- Das Thema "ergänzende Feuerwache" ist dreistes Blendwerk!

- Der Vorschlag des Fördervereins bezieht sich ausschließlich auf die bestehende Wache und den Fleischerplatz - hier können alle notwendigen Feuerwehrfunktionen abgedeckt werden.

- Der Fleischerplatz ist städtisch - die 6,56 Mio. Grundstückserwerbskosten sind damit schon obsolet.

- Die von der Verwaltung geplanten 2,3 Mio. für den Neubau des Garagenhofs sind auf den Vorplatz der Hauptfeuerwache übertragbar. Wofür also 7,1 Mio. für eine "ergänzende" Wache?

- Und was soll die Position "Fahrzeugbeschaffung" für 1,26 Mio., wenn man am Ort bleibt?

Liebe Stadträtinnen und Stadträte, lassen Sie sich nicht am Nasenring führen! Schauen Sie genau hin! Es ist Ihre Verantwortung, sich mit der Materie kritisch auseinanderzusetzen, klug zu analysieren und danach ebenso zu entscheiden. Allein der Vergleich der Lagepläne zeigt die Defizite der Amtshaltung:

- Der Garagenhof-Neubau in Version des ASG - ausgeblendet

- Der Wohnhof der LWB (Naundörfchen) - ausgeblendet

- Perspektiven für den ruhenden Verkehr  - ausgeblendet

- ASG-Plan für die Promenadenallee: Fällung einer kompletten Baumreihe

- ASG-Plan zwischen Kollwitz-Straße und Naundörfchen: Fällung aller Großbäume

Liebe Stadträtinnen und Stadträte, plädieren Sie für die Öffnung des Pleißemühlgrabens im historischen Verlauf und drücken Sie damit auch Ihre Wertschätzung für die besondere, über Jahrhunderte gewachsene Kulturgeschichte dieses Ortes aus! Erkennen Sie die Chance für eine nachhaltige und zukunftsträchtige Entwicklung des Stadtteils und respektieren Sie die Position der engagierten Bürgerschaft!

Heinz-Jürgen Böhme, Förderverein Neue Ufer e.V."


Einladung zur Buchvorstellung "Der Leipziger Elsterstausee" am 6. Dezember 2018 in Knauthain

Der Leipziger Elsterstausee ist Geschichte. Wo einst Wellen spielten, Badende sich vergnügten, Segel gesetzt, die "Immer bereit!" in See stach und bis zu 300 Tonnen Karpfen (jährlich!) abgefischt wurden, dort liegt heute eine weite, trockene Ebene, in der Schafe und Ziegen weiden. Der See war wohl einer zu viel im Leipziger Neuseenland. Er wurde aufgegeben, trotz umfangreicher Anstrengungen für seinen Erhalt, trotz der Tatsache, dass er der erste und für Jahrzehnte auch der einzige Ort in und um Leipzig war, an dem maritime Träume ausgelebt werden konnten.

Das Buch erzählt auf 168 Seiten erstmals umfassend die facettenreiche Geschichte des Leipziger Elsterstausees, begleitet von fast 240 bisher unveröffentlichten Abbildungen. Es wird herausgegeben vom Förderverein Elsterstausee und Pro Leipzig e.V. und kostet 24 Euro.

Am Donnerstag, den 6. Dezember 2018, 19.00 Uhr, laden der Förderverein Elsterstausee und Pro Leipzig e.V. interessierte Bürger herzlich zur Buchpräsentation ins Gemeindehaus der Kirchgemeinde Knauthain, Seumestraße 129, ein.

Es findet auch ein Buchverkauf statt.


 

Stadtverwaltung konstruiert Kostenkeule zum künftigen Verlauf des Pleißemühlgrabens und hinterlässt offene Fragen

Der am 14.11.2018 vom Dezernat Umwelt, Ordnung, Sport vorgelegte Beschlussvorschlag für die Ratsversammlung bestätigt die Trassierung des Pleißemühlgrabens zwischen Käthe-Kollwitz-Straße und Ranstädter Steinweg parallel zum Goerdelerring weiter als Vorzugsvariante. Damit ignoriert die Stadtverwaltung nicht nur ein eindeutiges Bürgervotum für den historischen Trassenverlauf, sie blendet das jahrelange Bemühen von Bürgervereinen, insbesondere des Vereins Neue Ufer, und das Überwiegen der fachlichen Argumente für den historischen Trassenverlauf einfach aus. Da die Stadtverwaltung in den Auseinandersetzungen mit den Bürgern keine überzeugenden inhaltlichen Argumente für die eigene Variante finden konnte, hängte sie stets das Damoklesschwert der Kosten über das Thema. Nun zeigt die Kostenermittlung in der Beschlussvorlage eindeutig, dass die Freilegung des Pleißemühlgrabens im historischen Verlauf 15,58 Mio. Euro und die Neuverlegung an den Goerdelerring sogar 16,17 Mio. Euro kosten - also die Variante der Stadtverwaltung damit sogar teurer sein würde. Weil damit auch das allerletzte Argument der Stadtverwaltung für die eigene Variante zusammenzubrechen drohte, wurde in die Kosten kurzerhand eine potemkinsche „Ergänzende Feuerwache“ mit satten 14,91 Mio. Euro hineingerechnet. In Summe kostet demnach die Öffnung im historischen Verlauf mit allen Folgekosten 30,49 Mio. Euro, während die von der Stadtverwaltung geplante Öffnung als Straßengraben am Goerdelerring mit allen (wohl auch kräftig heruntergerechneten) Nebenkosten nur 18,47 Mio. Euro erfordern würde. Die konkreten Vorschläge des Vereins Neue Ufer zur Verlagerung eines hinter der Feuerwache liegenden Garagenhofes, wurden seitens der Stadtverwaltung in keiner Weise berücksichtigt und geprüft, wie Rüdiger Dittmar, der Leiter des Amtes für Stadtgrün und Gewässer, auf der Pressekonferenz zugab. Er konnte auch die Frage nicht beantworten, was die „Bürgerbeteiligung“ zum Verfahren gekostet hat. Dabei wäre eine Antwort einfach gewesen: Der Stadtverwaltung hat sie vor allem viel Zeit gekostet und ein externes Büro zur Moderation des Verfahrens – beides finanziert vom Steuerzahler. Den Akteuren vom Verein Neue Ufer und den anderen engagierten Bürgern hat sie vor allem Freizeit – möglicherweise auch vertane Lebenszeit – gekostet, dazu etliche Vereinsgelder für Planungen und Visualisierungen. Der größte Verlierer in dem Verfahren ist aber die Stadtgesellschaft insgesamt. Ihr wurde eindeutig vor Augen geführt, dass Bürgerbeteiligung und Mitbestimmung in dieser Stadt zwar bei jeder Festtagsrede beschworen werden, in der Praxis aber unerwünscht sind oder ignoriert werden. Wenn Amtsleiter Dittmar einschätzt, dass das Verfahren „ein Gewinn für alle Seiten“ gewesen sei, dann grenzt das schon an Verhöhnung der engagierten Bürger. Der Stadtrat muss nun entscheiden, ob er dieser Ratsvorlage zustimmt, sie zurückweist oder gar einen Vorschlag aus den eigenen Reihen unterstützt. Er muss dabei auch entscheiden, ob die praktizierte Ignorierung der Bürgermeinung seitens einzelner Teile der Leipziger Stadtverwaltung weiter befördert werden sollte.

Dr. Thomas Nabert

Geschäftsführer Pro Leipzig e. V.


Visualisierung des geöffneten Pleißemühlgrabens im historischen Verlauf (Quelle: Neue Ufer e.V.)


Restaurierung des "Bugenhagen" von Lucas Cranach d. J. abgeschlossen

 

Am 14.11.2018 fand im Alten Rathaus die Präsentation des frisch restaurierten Porträts "Johannes Bugenhagen" von Lucas Cranach dem Jüngeren statt. Es hatte aufgrund von Fehlstellen, einer übermäßig glänzenden Firnisschicht und störenden Retuschen aufgearbeitet werden müssen. Die Kosten in Höhe von 5200 Euro hat der Förderverein des Stadtgeschichtlichen Museums, die Hieronymus-Lotter-Gesellschaft, aufgebracht, teils aus eigenen Mitteln, teils aus Spenden. Für eine Zuwendung von 1500 Euro durch die Sparkasse Leipzig bedankte sich der Vorsitzende der Lotter-Gesellschaft, Eric Buchmann, ganz ausdrücklich. Neben dem Bugenhagen hat der Förderverein in den letzten fünf Jahren für das Museum Unterstützungen im Wert von fast 80.000 Euro generiert, z.B. für das historische Stadtmodell im Festsaal des Alten Rathauses, die Neugestaltung der Luther-Ausstellung oder ein Bach-Gemälde im Bachkabinett. Dafür gebührt dem Verein der allergrößte Respekt. Nächstes Projekt soll die Restaurierung des Ratsschrankes in der Ratsstube werden, der aus dem Jahr 1592 stammt.



Pleißemühlgraben: Stadtverwaltung missachtet Bürgerwille!

Wie die Leipziger Volkszeitung am 9.11.2018 berichtete, beabsichtigt die Stadtverwaltung, dem Stadtrat eine Beschlussfassung zukommen zu lassen, wonach der Pleißemühlgraben im Bereich des ehemaligen Naundörfchens nun doch vor die Hauptfeuerwache verlegt und nicht im historischen Verlauf geöffnet werden soll. Damit setzt man sich über ein deutliches Votum jener Leipziger Bürger hinweg, die zwischen November 2017 und März 2018 viel Zeit und Energie in ein aufwendiges und kostenintensives (!) Beteiligungsverfahren investiert haben. Nach gut besuchten Diskussionsrunden, Führungen, Befragungen sowie zwei Online-Abstimmungen hatten sich 64 % der beteiligten Bürger für die Beibehaltung des historischen Verlaufs ausgesprochen. Die Verwaltung argumentiert demgegenüber mit höheren Kosten und angeblicher Funktionseinschränkung für die Feuerwehr - und das, obwohl der Verein Neue Ufer ein praktikables Alternativkonzept ausgearbeitet hatte, das die volle Einsatzfähigkeit der Feuerwehr garantiert. Nachdem im März das eindeutige Votum der Bürger bekannt wurde, versagte die Verwaltung die im Beteiligungsverfahren versprochene Anerkennung des Ergebnisses und verzögerte dessen Weitergabe an den Stadtrat - womöglich, um in diesen acht Monaten vor Ort vollendete Tasachen zu schaffen, da der Umbau der Hauptfeuerwache bereits in vollem Gange ist. Die Absichtserklärung der Verwaltung ist nicht nur ein Schlag ins Gesicht aller Bürger, die Freizeit und Kraft für den Beteiligungsprozess opferten, sie ist auch ein Verrat an jenen Multiplikatoren, die sich die Verteidigung der Demokratie auf die Fahnen geschrieben haben. Auf genau diese Weise fördert man Politikverdrossenheit, Frustration und Radikalisierung.


Trauer um den Stadtchronisten Horst Riedel


Am Sonntag, den 7. Oktober 2018, verstarb im Alter von 84 Jahren der Pädagoge und Leipziger Chronist Horst Riedel. Riedel ist vielen Leipzigern und Historikern bekannt als Autor des „Stadtlexikon Leipzig von A bis Z“, herausgegeben vom Verein Pro Leipzig. Das Nachschlagewerk – in Fachkreisen bereits liebevoll „der Riedel“ genannt – reflektiert erstmals umfassend und nahezu vollständig die Entwicklung und Gegenwart Leipzigs mit über 2 400 Begriffen aus Wirtschaft, Verkehr, Bildung, Wissenschaft, Wohnungs- und Siedlungsbau, Militär, Gemeinwesen und Volkskunde. Auch alle Leipziger Ortsteile stellt es in Typik und Entwicklung dar und würdigt mehr als 1 000 Persönlichkeiten in ihrem Bezug zur Stadt. Was in Städten wie Berlin, Dresden oder Nürnberg hochrangig besetzte und breit aufgestellte Fachgremien hervorbrachten, leistete Riedel für Leipzig in vergleichbarer Qualität nahezu im Alleingang. Dabei  ging es ihm in erster Linie darum, das Wissen über die Stadt Bürgern und Gästen in verständlicher Form nahezubringen. Vor allem junge Menschen sah er dabei als seine wichtigste Zielgruppe. Der Diplompädagoge und Oberstudienrat i. R. wurde am 6. April 1934 in Berlin geboren. Nach dem Studium an der Pädagogischen Hochschule in Berlin arbeitete er ab 1952 als Fachlehrer für Geographie, als Schuldirektor und Schulinspektor in Berlin/Prenzlauer Berg, später als wissenschaftlicher Assistent an der Sektion Geographie der Humboldt-Universität. 1971 kam er nach Leipzig und arbeitete hier in der Lehrerweiterbildung und im außerschulischen Bereich. Er erarbeitete u. a. den ersten Wanderkatalog der Stadt Leipzig für Schulen und führte ca. 500 Stadtexkursionen für Schüler durch. In dieser Zeit begann auch der Aufbau seiner nach Schlagwörtern geordneten Materialsammlung zur Stadt Leipzig, die seitdem Tag für Tag stetig ergänzt und erweitert wurde. Über 8 300 ausgearbeitete Stichwörter umfasst das Lebenswerk und füllt eine komplette Regalwand. Er korrespondierte dazu noch bis wenige Tage vor seinem Tod mit zahlreichen Persönlichkeiten, Firmen und Einrichtungen. Seit 1997 arbeitete Horst Riedel intensiv mit Pro Leipzig zusammen, 1999 begann die systematische Arbeit am Projekt „Stadtlexikon Leipzig“, welches 2005 und 2012 in zwei Auflagen herausgegeben wurde. Zuvor verfasste Riedel die „Chronik der Stadt Leipzig“ (Wartberg Verlag 2001). In den letzten Jahren erarbeitete Horst Riedel trotz gesundheitlicher Rückschläge und persönlicher Verluste gemeinsam mit Pro Leipzig die Stadtteillexika zur Südvorstadt (erschienen 2016) und zu Plagwitz (erschienen 2017). Sein aktuelles Projekt war das Stadtteillexikon Schleußig, dessen Fertigstellung und Erscheinen er nun nicht mehr erleben wird. Die Mitglieder von Pro Leipzig, die jahrelang mit Horst Riedel zusammengearbeitet haben, insbesondere Dr. Thomas Nabert, sind außerordentlich betroffen und traurig über den Verlust. Pro Leipzig, so Nabert, verliert nicht nur einen Autor, Mitstreiter und einen guten, stets wohlwollenden Ratgeber, sondern auch ein Stück von sich selbst.


Tempo 30 in der inneren Jahnallee

In der inneren Jahnallee (zwischen Waldplatz und Leibnizstraße) passieren regelmäßig schwere Unfälle, bei denen Fußgänger, Rad- und Kraftwagenfahrer geschädigt werden. Zum Teil ist auch der ÖPNV betroffen. Der Straßenabschnitt ist eng geschnitten, stark befahren und deshalb für alle Verkehrsteilnehmer gefährlich. Extrem gefährdet sind jedoch Fußgänger und Fahrradfahrer - als schwächste Glieder im Straßenraum. Die weiter zunehmende Verkehrsdichte macht es notwendig, der bestehenden Struktur baulich entgegen zu wirken und dafür auch unbequeme Entscheidungen zu treffen. Die Verwaltung ist mit der Gefahrenlage vertraut, handelt aber nicht entsprechend. Die Unfallopfer der letzten Jahre mussten die Folgen alleine tragen - es gab auch schon Tote. Eine weitere Untätigkeit der Straßenverkehrsbehörde, die für die Sicherheit im Straßenverkehr zu sorgen hat, kann nicht länger hingenommen werden. Deshalb hat die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen am 17.5.2018 einen Antrag ins Stadtparlament eingebracht, welcher die Verwaltung zwingen soll, endlich geeignete Maßnahmen zur Entschärfung des Unfallschwerpunkts zu ergreifen. Mitglieder der Fraktion Die Linke schlossen sich dieser Forderung an. Alternativvorschläge wurden in der Vergangenheit formuliert, so vom Bürgerverein Waldstraßenviertel e. V. Da bauliche Veränderungen aber einen planerischen Vorlauf und eine Phase der Umsetzung benötigen, müssen kurzfristige Lösungen her, die die Gefahr bis dahin zumindest zu dämpfen vermögen. Eine Verringerung der Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h in diesem Straßenabschnitt kann jene schweren Unfälle, die stets nach dem gleichen Muster ablaufen, verhindern helfen, weil Übersichtlichkeit und Reaktionsschnelligkeit bei langsamerer Fahrweise nachgewiesenermaßen verbessert sind. PRO LEIPZIG e. V. begrüßt den Vorschlag des Bürgervereins Waldstraßenviertel, eine Tempo-30-Zone einzurichten. Als Mitbetroffene, die wir unser Büro im Waldstraßenviertel haben, sind wir täglich bei der An- und Abfahrt den unhaltbaren Zuständen auf der Jahnallee ausgesetzt. Wir fordern daher unsererseits ebenfalls die Verwaltung auf, endlich tätig zu werden. Tempo 30 kann nur ein erster Schritt sein!

UPDATE:

Wie die Leipziger Volkszeitung am 29.5.2018 vermeldete, hat die Stadtverwaltung in Person des Verkehrsamtsleiters Michael Jana inzwischen zugesichert, dass in der inneren Jahnallee eine Tempo-30-Zone zwischen Leibnitzstraße und Waldplatz eingerichtet wird. Das ist zu begrüßen! Leider soll die Umsetzung dieses Planes ein ganzes Jahr (!) in Anspruch nehmen, da die Sicherheitszeiten aller Ampelanlagen inklusive Straßenbahnsignalen überarbeitet werden müssen und dafür schwer zu beschaffende externe Planer nötig seien. Das klingt eher ernüchternd. Derweilen erhöht der ADFC den Druck und fordert die Einrichtung einer "protected bikelane" - also einer separaten, mit Blumenkübeln oder Pollern vom übrigen Verkehr getrennten und damit geschützten Radspur, wie sie in vielen anderen Städten bereits für erhöhte Sicherheit sorgen konnte. Eine entsprechende Online-Petition hatte am 19.6.2018 bereits 2485 Unterzeichner. Diese Forderung stößt bei Autofahrern und gewerbetreibenden Anliegern allerdings überwiegend auf Ablehnung, weil die Einrichtung auf Kosten von Parkplätzen geschehen würde. Wie die Leipziger Volkszeitung am 14.6.2018 berichtete, plädiert die Freibeuterfraktion des Stadtrates dafür, den Radverkehr gänzlich in die Gustav-Adolf-Straße umzulegen und diese als Fahrradstraße (Radverkehr mit Vorrang vor motorisiertem Verkehr) auszuweisen. Dies würde allerdings sowohl die überholte verkehrspolitische Vorrangstellung des PKW-Verkehrs zemetieren, als auch die Fahrradfahrer benachteiligen, die nicht nur einen Umweg fahren müssten sondern auch an der freien Fahrt gehindert würden, weil sie bei den dort gleichberechtigten Nebenstraßen alle paar Meter anhalten und die Vorfahrt abklären müssten. Zudem wird dort beidseitig in zweiter Reihe geparkt, so dass eine Fahhradtour dort eine Slalomfahrt ist, bei der man alle zwanzig Meter den Gegenverkehr abwarten muss. Der Verein "Ökolöwe" möchte derweil noch in diesem Jahr auf der Jahnallee einen Verkehrstest mit einer provisorischen Fahrradspur durchführen. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht. Auf jeden Fall wird die Problematik demnächst Thema im Stadtrat.


 

Einladung zur Buchpräsentation am 3. Mai 2018

Am 3. Mai 2018, um 16.30 Uhr, lädt PRO LEIPZIG in die Waldstraße 19 ein. Anlass ist die Präsentation des von Dietmar Brendler herausgegebenen und miterarbeiteten Buches "Ackern & Ernten in Leipzig. Geschichten & Akteure", welches seit März in der Buchhandlung Ihres Vertrauens, bei uns in der Waldstraße oder im Pro-Leipzig-Webshop erhältlich ist. Neben einer Einführung in die Publikation und Gesprächen über den Inhalt wollen wir die Gelegenheit nutzen, uns bei allen Mitwirkenden zu bedanken. Da die Räumlichkeiten begrenzt sind, möchten wir bitten, uns kurz vorher Bescheid zu geben, ob Sie kommen. Unsere Telefonnummer bzw. E-Mail-Adresse sehen Sie rechter Hand.

Und hier finden Sie die Einladung noch einmal in einer optisch ansprechenderen und informativeren Variante:


PRO LEIPZIG auf der Leipziger Buchmesse: Halle 5, Stand F 212







Die Buchmesse steht vor der Tür und PRO LEIPZIG ist, wie jedes Jahr, mit dabei! Wie immer können Sie in einer Auswahl unserer Publikationen schmökern und sich vielleicht zum Erwerb des ein oder anderen Werkes zum Thema "Leipziger Stadtentwicklung" animieren lassen. Zudem freuen wir uns, mit unseren Lesern und allen Interessierten ins Gespräch zu kommen. Unseren Stand finden Sie in der Halle 5. Er trägt die Nummer F 212.


Zweite Runde im Bürgerbeteiligungsverfahren zur Offenlegung des Pleißemühlgrabens gestartet

Die zweite Phase der Bürgerbeteiligung zur Offenlegung des Pleißemühlgrabens im Bereich der Leipziger Hauptfeuerwache hat mit der Freischaltung der Onlinebeteiligung begonnen. Bis zum 18. März 2018 haben interessierte Bürgerinnen und Bürger nun die Möglichkeit zu bewerten, wie gut die beiden Verläufe die jeweiligen Kriterien erfüllen und welche Verlaufsvariante sie favorisieren. Am 7. März 2018, von 18-21 Uhr, stellen die Leipziger Stadtverwaltung sowie der Förderverein Neue Ufer e. V. den interessierten und engagierten Leipzigerinnen und Leipzigern beide Varianten anhand der wichtigsten Kriterien vor, welche sich im Rahmen der ersten Beteiligungsphase herauskristallisiert hatten. Nach der Präsentation, gegen 20 Uhr, stehen die Referenten den Gästen für Nachfragen zur Verfügung. Informative Aushänge runden das Informationsangebot ab. Im Vorfeld der Veranstaltung, ab 16 Uhr, bieten Vertreter von Stadtverwaltung und Neue Ufer auch Ortsbegehungen an, um am konkreten Terrain einen Eindruck des Geplanten zu vermitteln. PRO LEIPZIG unterstützt die vom Verein Neue Ufer propagierte Variante, die den Pleißemühlgraben in seinem althergebrachten Verlauf wieder im Stadtraum sichtbar machen möchte (siehe Fotomontage oben). Vorstandsmitglieder und der Geschäftsführer unseres Vereins werden sich bei der Veranstaltung am 7.3.2018, 18-21 Uhr in der IHK Leipzig, Goerdelerrring 5, 04109 Leipzig entsprechend einbringen. Jeder Bürger kann zudem seine Entscheidung für eine der beiden Varianten kundtun unter www.leipzig.de/pleissemuehlgraben.


Neue Fotoausstellung bei PRO LEIPZIG: Abbruch der "Kleinen Funkenburg"


Aktuell bewegen mehrere Bürgerbeteiligungsverfahren etliche Leipziger, die ihre Ideen, Wünsche und Expertisen für die Stadtquartiere am ehemaligen Preußischen Freiladebahnhof ("Leipzig 416"), am Naundörfchen (Offenlegung des Pleißemühlgrabens), auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz und bezüglich der zukünftigen Gestaltung des Matthäikirchhofs einbringen möchten. Diese basisdemokratischen Initiativen sind sehr zu begrüßen, zeigen sie doch die Verbundenheit der Bürger mit ihrer Stadt und den Willen, engagiert an deren weiterer Entwicklung mitzuwirken. Auch die Bereitschaft von Investoren und Kommunalverwaltung, sich diesen Verfahren zu stellen, ist zu begrüßen. Inwieweit die Anregungen der Bürger letztlich in die konkreten Bauplanungen einfließen, bleibt freilich abzuwarten. Interessenabwägung und Kompromissfindung sind Teil demokratischer Entscheidungen. Bleibt zu hoffen, dass die Einwohnerpräferenzen nicht gänzlich übergangen werden. Wie man den Bürgerwillen missachtet, dafür gibt es in der Leipziger Geschichte leider einige Beispiele. PRO LEIPZIG erinnert in seinem Vereinssitz in der Waldstraße 19 mit einer Ausstellung an die letztlich vergeblichen Bürgerproteste gegen den Abriss der "Kleinen Funkenburg" im Jahr 2005 und den Abbruch des denkmalgeschützten spätklassizistischen Gebäudes. Interessierte Bürger sind herzlich eingeladen, während unserer Öffnungszeiten einen Blick auf die Fotos zu werfen. Die Ausstellung möchte zugleich Entscheidungsträger mahnen, Kriterien wie den Denkmalschutz sowie die kulturelle Identität und Lebensqualität einer Stadt nicht gering zu schätzen.


Pro Leipzig als Teil der Kiewer Gespräche

Im Rahmen der Kiewer Gespräche - einer unabhängigen Plattform für die Vertiefung und Verstetigung des Dialogs zwischen der Ukraine und Deutschland - besuchte am 13. Dezember 2017 eine Delegation ukrainischer KoodinatorInnen auch Leipzig. Die Frauen und Männer aus Lviv, Kharkiv, Dnipro, Maripol, Odessa und Sloviansk setzen sich in ihren Städten und in weiteren 35 Klein- und Mittelstädten der Ukraine für partizipative Konzepte bei der Gestaltung des öffentlichen Raumes ein, streiten für eine bürgernahe Verwaltung, für transparente Budgets, für die Entwicklung von lokalem Kleinunternehmertum und engagieren sich bei der Bekämpfung von Korruption und Misswirtschaft. Ein Ziel der Kiewer Gespräche ist es, die regionalen reformorientierten Kräfte in der Ukraine durch Fortbildungen, Begegnungsreisen und Kontaktvermittlung zu unterstützen. In diesem Sinne fand am Vormittag des 13.12. in den Räumlichkeiten von PRO LEIPZIG ein zweistündiger Dialog mit Vertretern unseres Vereins und den ukrainischen Delegierten statt. Wir erläuterten unsere Erfahrungen in den Bereichen Stadtentwicklung und Bürgerbeteiligung und die Ukrainer berichteteten ihrerseits von ihren Erlebnissen und Problemen in ihrer noch jungen Demokratie. Der Austausch war sehr fruchtbar und interessant, soll auch in geeigneter Form fortgeführt werden.


Offenlegung des Pleißemühlgrabens im Bereich der Hauptfeuerwache: Einladung zur Bürgerbeteiligung am 30.11.2017

Im Zuge der Sanierung der Leipziger Hauptfeuerwache am Goerdelerring soll der dort unterirdisch verlaufende Pleißemühlgraben geöffnet und wieder öffentlich zugänglich werden. In die Entscheidung des Leipziger Stadtrates über den zukünftigen Verlauf des Pleißemühlgrabens soll neben planerischen Aspekten auch die Meinung interessierter Bürger einfließen. Dafür lädt das verantwortliche Amt für Stadtgrün und Gewässer  alle Leipzigerinnen und Leipziger ein, sich am 30.11.2017 zu informieren und ihre Meinung zu sagen: Ab 15 Uhr stellt es Interessierten die zwei aktuell diskutierten Verlaufsvarianten vor und fragt, welche Kriterien den Bürgerinnen und Bürgern für deren Bewertung wichtig sind. Wichtige Hinweise und Fragen sollen gesammelt und bis Ende Januar ausgewertet werden.

Zeit und Ort des Dialogs: 30.11.2017, 15 bis 20 Uhr, im Tagungsraum des Apartment Central, Pfaffendorfer Straße 4-10, 04105 Leipzig

Im Anschluss an diesen ersten Beteiligungsschritt werden die Verlaufsvarianten im Rahmen einer zweiten Dialogveranstaltung im Februar 2018 öffentlich verglichen und diskutiert. Auf dieser Grundlage sind die Bürgerinnen und Bürger dann gebeten, ihre Meinung für einen Verlauf abzugeben.


Schüler erobern das Neue Rathaus: „Kommunalpolitisches Planspiel“ bringt Jugendlichen die Stadtpolitik näher


Pressemitteilung des Organisators:
Am 7. November 2017 fand ein „Kommunalpolitisches Planspiel“ im Neuen Rathaus von Leipzig statt. Eine 9. Klasse vom Johannes-Kepler-Gymnasium aus Kleinzschocher eroberte das Rathaus und lernte den Stadtrat aus einer ganz neuen Perspektive kennen. Organisiert wurde der Projekttag von Eric Buchmann, Studienreferendar am selben Gymnasium. Die Schüler lernten spielerisch, wie Kommunalpolitik funktioniert und der Stadtrat arbeitet. „Das Feedback war spitze. Das Planspiel bietet eine super Gelegenheit, einen Tag lang mal selbst Stadträtin oder Stadtrat zu sein und die Mühen der Kommunalpolitik kennenzulernen.“ erzählt Eric Buchmann. In verschiedenen Schüler-Fraktionen beschäftigten sich die Jugendlichen mit kommunalen Themen wie der Einführung eines Bürgertickets bei der LVB. „Es ist toll, mit anzusehen, wie engagiert und professionell die Schüler arbeiten. Sie diskutieren angeregt über die Themen, die uns als echte Stadträte ebenfalls sehr beschäftigen.“, so CDU-Stadtrat Michael Weickert, der das Planspiel den Tag über mit begleitete. In einer Schüler-Ratssitzung wurden am Ende beide Themen heiß diskutiert. Auch Jugendparlamentarier Alexander Krumbholz besuchte zwischendurch das Planspiel und gab den Jugendlichen Tipps. „Gerade nach der Bundestagswahl wird überall von einer Stärkung der politischen Bildung gesprochen. Mit dem Planspiel möchte ich auch andere Lehrer ermuntern, außerschulische Lernorte wie ein Rathaus in den Politikunterricht zu integrieren. Dort kann Demokratie authentisch, spannend und lehrreich gelernt und gelebt werden.“ so Buchmann abschließend.



Stadtrat beschließt offenes Verfahren für die zukünftige Gestaltung des Matthäikirchhofs

Ein offener Brief engagierter Leipziger Bürger, darunter Mitgliedern unseres Vereins, trug dazu bei, dass der Leipziger Stadtrat am 18.10.17 für eine ergebnisoffene Prüfung grünes Licht gab. Die Mehrheit der Stadträte sprach sich dafür aus, bei der Gestaltung dieser wertvollen und historisch bedeutsamen innerstädtischen Fläche höchste Sensibilität und Transparenz walten zu lassen. Von Anfang an seien die Bürger an der Ideenfindung zu beteiligen, damit sich nicht die gleichen Fehler wie bei der Raumplanung des Leuschnerplatzes wiederholten. Das "Forum für Freiheit und Bürgerrechte", in Verbindung mit dem sächsischen Archiv für die Unterlagen des DDR-Staatssicherheitsdienstes, könne dort entstehen. Seine bauliche Form und der Standort auf dem Terrain sollen sich aber aus dem offenen Verfahren ergeben. Ebenso die Frage, ob ein lange geplantes Einheitsdenkmal dort Platz hätte.

http://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Leipzig-entwickelt-Matthaeikirchhof-Platz-fuer-Stasi-Archiv-wird-angeboten

Matthäikirchhof. Quelle: L-IZ




OFFENER BRIEF Leipziger Bürger, darunter auch PRO-LEIPZIG-Vereinsmitgliedern, an die Leipziger Stadträte - den künftigen Verlauf des Pleißemühlgrabens zwischen Käthe-Kollwitz-Straße und Ranstädter Steinweg betreffend


Mit dem Vermerk „nicht öffentlich“ liegt dem Stadtrat die „Informationsvorlage Nr. VIDS-034840“ vor, in der sich die Verwaltung für die Umverlegung des Pleißemühlgrabens an den Goerdelerring positioniert hat. Diese Variante lehnen wir nachdrücklich ab.

Kritik an der Position der Verwaltung
• Der stadtnahe Verlauf des Pleißemühlgrabens ist seit beinahe 1000 Jahren unverändert; Umverlegung heißt Missachtung vieler kulturhistorischer Aspekte dieses sensiblen Bereichs.
• Die Beibehaltung des komplett bodenversiegelten Hofs der Hauptfeuerwache beeinträchtigt die Wohnqualität des Quartiers und verhindert die umfassende Neugestaltung des kriegszerstörten Naundörfchens.
• Ein deutlich verkürzter neuer Flusslauf schmälert den Gewinn für das Stadtbild.
• Schall- und Schadstoffemissionen schränken das Verweilniveau am Ring drastisch ein.
• Die den Fluss begleitenden Grünzonen können hier nur schmal ausgebildet werden, da ein enges Wechselverhältnis zu den verbleibenden Platzflächen besteht.
• Es sind deutlich weniger PKW-Stellplätze als beim historischen Flussverlauf möglich, das ist besonders im Hinblick auf das geplante Hochhaus problematisch.
• Bislang hat es keine Beteiligung der Bürger in der Frage des Flussverlaufs gegeben; eindeutige Plädoyers des Fördervereins Neue Ufer und des Waldstraßenviertel e.V. gegen die Variante der Umverlegung sind seit Jahren unreflektiert.

Wir plädieren für Beibehaltung des historischen Verlaufs u. a. aus folgenden Gründen:
• Respektierung der Ortsgeschichte und Erhalt der beiden kulturhistorisch bedeutenden Brückenstellen Lessingbrücke und Naundörfchenbrücke.
• Die durchgehende, vom Verkehr abgeschirmte Uferpromenade bietet eine hervorragende Erlebbarkeit des Flusses.
• Der Wohnhof wird beruhigt und gewinnt deutlich an Aufenthalts- und Erholungsqualität, der Besuchsanreiz ist vorprogrammiert.
• Das Naundörfchen wird mit begrünten Uferterrassen und einer Kita als individuelles Stück Leipzig neu gestaltet.
• Die Unterquerung des Hochhauses durch den offen geführten Fluss kann für den Bau selbst sowie für den Standort insgesamt eine besondere Attraktion werden.
• Vor der Feuerwache und dem IHK-Gebäude ist eine Tiefgarage mit großer Stellplatzzahl realisierbar und sinnvoll.
• Die Ringpromenade bleibt erhalten, die Gestaltung eines modernen Stadtplatzes am Fuße des Hochhauses ist möglich.
• Unter Berücksichtigung aller Für und Wider ist der historische Flussverlauf die eindeutig bessere Lösung für den Stadtteil.
Wir begrüßen es, dass sich die Verwaltung endlich zur Einbeziehung der Bürger entschlossen hat (LVZ vom 2./3.9.2017).
Leipzig, 3. Oktober 2017


Diskussion um den Verlauf des freizulegenden Pleißemühlgrabens geht weiter: Rathaus bietet Werkstattgespräch an

Die Kritik an den Plänen der Leipziger Verwaltung, den Pleißemühlgraben im Areal des einstigen Naundörfchens, zwischen Käte-Kollwitz-Straße und Ranstädter Steinweg, nicht im alten Verlauf öffnen sondern an den Goerdelerring verlegen zu wollen, reißt nicht ab. Den Protesten des Fördervereins Neue Ufer schlossen sich auch andere Bürgervereine an - so PRO LEIPZIG, Stadtforum Leipzig und Waldstraßenviertel e.V. Bemängelt wurden neben den vorgebrachten sachlichen Argumenten nicht zuletzt auch das Ignorieren einer verwaltungsseitig versprochenen ernsthaften Bürgerbeteiligung. Angebliche Bedürfnisse der Hauptfeuerwache und etwaige Beschränkungen seitens der Landesregierung wurden angeführt, um die Unmöglichkeit der Öffnung im alten Verlauf zu suggerieren. Letztlich ergab jedoch eine kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Wolfram Günther (Grüne) an die Sächsische Staatsregierung, dass von Landesseite keinerlei planungs- oder förderrechtliche Gründe existieren, den Pleißemühlgraben im Zuge der Sanierung der Hauptfeuerwache vor eben jene an den Ring zu verlegen. Die Landesregierung steht einer freien städtebaulichen Diskussion und Planung gar nicht ablehnend gegenüber. Die Leipziger Internetzeitung berichtete darüber am 27. September:

https://www.l-iz.de/politik/brennpunkt/2017/09/Saechsische-Regierung-sieht-keine-Gruende-die-einer-Oeffnung-des-Pleissemuehlgrabens-im-historischen-Verlauf-entgegenstehen-193018

Wie nun ein Artikel der Leipziger Volkszeitung vom 1. Oktober andeutet, sind es doch vor allem finanzielle Gründe, die die Stadtverwaltung dazu bewegt, den unhistorischen und städtebaulich gänzlich unattraktiven Standort am Goerdelerrring zu präferieren: Man erhofft sich von der geringeren Länge des anzulegenden Flussbetts niedrigere Baukosten. Und für ein am Ranstädter Steinweg lange geplantes Hochhaus könnte ein privater Investor womöglich leichter gefunden werden. Vor diesem Hintergrund sind die Einsprüche Leipziger Bürger freilich hinderlich, die nach Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum sowie städtebaulicher Authentizität fragen. Immerhin ist die Stadtverwaltung nun bezüglich der Bürgerbeteiligung nachdenklich geworden und lädt den Verein Neue Ufer zu einem konstruktiven Werkstattgespräch ein. Optimisten sehen darin ein gutes Zeichen. Denn wozu bedarf es eines neuen Campus' zur didaktischen Vermittlung von Demokratie, wenn die Stadtführung eine solche nicht selbst vorlebt?

Hier geht es zum LVZ-Artikel: http://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Leipziger-Pleissemuehlgraben-schlaegt-Wellen


Rötha und Umgebung: Das neue Ansichtskartenbuch ist da!

Das von PRO LEIPZIG gemeinsam mit dem Förderverein Rötha - Gestern.Heute.Morgen und der Dorfentwicklungsgesellschaft Mölbis herausgegebene Buch "Röhta mit Espenhain, Mölbis, Pötzschau, Oelzschau und verlorenen Orten auf alten Ansichtskarten" ist frisch aus der Druckerei gekommen und macht nicht nur optisch einen ganz hervorragenden Eindruck! Ab 1. Oktober wird es im Handel erhältlich sein, aber wer sich schon vorher einen Eindruck von der Publikation machen und sie käuflich erwerben will, der ist gerne eingeladen zu zwei öffentlichen Präsentationsveranstaltungen:

 


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OFFENER BRIEF von 21 Leipziger Bürgern, deren Positionen PRO LEIPZIG e.V. ausdrücklich unterstützt:

Zur künftigen Entwicklung des Matthäikirchhofs

Den Stadträten liegt eine Beschlussvorlage zur Abstimmung in der Ratsversammlung am 20. September 2017 vor (Beschlussvorlage Nr. VI-DS-04384), die in dieser Form nicht akzeptabel und daher abzulehnen ist. Unsere Positionen und Forderungen:

1. Im Bereich des Matthäikirchhofs lag die Keimzelle der Stadt. Die facettenreiche historische Entwicklung dieses Ortes spiegelt bedeutende Aspekte der Leipziger Stadtgeschichte. Im Zweiten Weltkrieg wurden alle älteren Baudenkmale wie die Kirche, die Reste des Klosters und Bürgerhäuser zerstört. Durch die Ansiedlung der Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit im Jahr 1950 und den massiven Ausbau dieses Standorts in den 1980er Jahren wurde der westlichste Teil der Altstadt dem allgemeinen öffentlichen Leben und einer altstadttypischen Gestalt und Funktion entzogen. Diese seit fast vier Jahrzehnten bestehende eklatante Fehl-Prägung dieses Viertels bedarf grundlegender Korrektur.

2. Wer heute hier plant, tut dies in höchster kultureller Verantwortung, sowohl im Bezug auf die künftige städtebaulich-architektonische Qualität des gesamten Stadtteils als auch im Hinblick auf dessen künftiges Funktionsspektrum sowie seine urbane Ausstrahlung und Erlebbarkeit.

3. Dass die Etablierung eines „Forums für Freiheit und Bürgerrechte“ Teil des Potentials des Matthäikirchhofs sein kann, steht ausdrücklich nicht in Frage. Doch es ist nicht nachvollziehbar, hierfür schon jetzt einen Stadtratsbeschluss herbeiführen zu wollen, ohne die vielfältigen Entwicklungschancen des Gesamtbereichs auch nur ansatzweise betrachtet und miteinander ins Verhältnis gesetzt zu haben.

4. Der Respekt vor der Geschichte, die Ansprüche an ein modernes Stadtflair und die Kriterien zur individuellen Ausprägung dieses Viertels sollten in einen kreativen, vielschichtigen Planungsprozess einfließen, der, wie die Verwaltung selbst forderte, „mit aller gebotenen Sorgfalt und äußerst sensibel“ zu erfolgen hat und nicht durch Vorfestlegungen eingeengt wird. In diesen Prozess muss die Bürgerschaft Leipzigs, einschließlich engagierter Initiativgruppen und Fachleute, von Beginn an aktiv eingebunden werden.

Forderung zum Thema Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal:

Die Entwicklung des Areals Matthäikirchhof und die Entwicklung des weiteren Verfahrensweges zum Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal sind grundsätzlich voneinander zu trennen. Das betrifft die Positionen 5. / 6. / 7. der Beschlussvorlage.

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Verlauf der Pleißemühlgraben-Debatte zeigt: Bürgerbeteiligung in Leipzig wird ignoriert

Der Verein PRO LEIPZIG spricht sich eindeutig für eine Öffnung des Pleißemühlgrabens im historischen Verlauf im Bereich des ehemaligen Naundörfchens aus - so wie vom Verein Neue Ufer vorgeschlagen. Zudem plädiert er für eine Neugestaltung des Fleischerplatzes (Vorplatz der Feuerwehr und der IHK) mit dem Ziel, dort den ruhenden Verkehr in einem unterirdischen Parkhaus unterzubringen und auf dem Platz zumindest im Vorfeld der IHK Aufenthaltsqualität zu schaffen bzw. vorhandene Grünbereiche möglichst zu erhalten. Zudem warnt der Verein vor einer weiteren Verbreiterung des Goerdelerringes (etwa durch eine Ausdehnung des Bahnkörpers der Straßenbahn) und damit einer Beschneidung der Fläche ds Fleischerplatzes.

Eine Öffnung des Pleißemühlgrabens im historischen Verlauf bietet aus Sicht des Veriens die einmalige Chance, im Bereich des ehemaligen Naundörfchens zentrumsnah eine öffentlich zugängliche Oase der Ruhe, abgeschirmt vom städtischen Verkehr, zu schaffen. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, für Fußgänger und Radfahrer eine neue Verbindung zwischen westlichen und nördlichen Vorstadtbereichen entlang eines attraktiven Uferweges zu gestalten. Eine Aufwertung der Flächen am Naundörfchen und des öden Hofes der Hauptfeuerwache könnte sowohl der Verbesserung der Wohnqualität der Anwohner dienen als auch Gäste der Stadt zum Aufenthalt einladen - jenseits des Trubels der Innenstadt und doch fußläufig erreichbar.

Das seit Jahren geplante Hochhaus an der Spitze zwischen Goerdelerring und Ranstädter Steinweg soll einen neuen städtebaulichen Akzent setzen. Mit einer Teilunterquerung des Gebäudes durch den freigelegten Pleißemühlgraben könnte es zudem eine neue architektonische Attraktion der Stadt werden.

Die von der Stadtverwaltung geplante - und offenbar schon entschiedene - Neuverlegung des Pleißemühlgrabens entlang des Goerdelerrrings, so die Überzeugung des Vereins, käme einer Vergeudung von Steuergeldern gleich. Der Fluss würde zum Wehrgraben mit geringem Abstand zum Straßenverkehr degradiert und könnte kaum Aufenthaltsqiualität bieten (siehe Gestaltung des Elstermühlgrabens am Ranstädter Steinweg).

Der Verein Neue Ufer und sein Vorläufer, das Stadt-Kultur-Projekt, setzen sich seit 1990 engagiert und kompetent für ein attraktives Leipzig entlang der stadtnahen Gewässer ein. Dabei geht es dem Verein nicht allein darum, die verrohrten Mühlgräben wieder freizugelegen. Ihm geht es vor allem darum, in welcher Qualität und Nachhaltigkeit dies geschieht. Seit über zwei Jahrzehnten erbringen die Mitstreiter des Vereins wertvolle Leistungen im vorplanerischen Bereich, um sich anschließend meist einen Arschtritt der Verwaltung und einiger Stadträte, die jeweils "schon anders entschieden" haben, einzufangen. Ähnliche Erfahrungen sammeln momentan auch die Mitglieder der Initiative Leipziger Architekten (ein Zusammenschluss mehrerer Leipziger Vereine und Verbände, u.a. von PRO LEIPZIG), die sich für eine urbane Gestaltung des künftigen Wilhelm-Leuschner-Platzes engagieren). Genau genommen sind das deutliche Indizien dafür, dass Bürgerbeteiligung in Leipzig nicht erwünscht ist, schon gar nicht auf Augenhöhe, allenfalls als Begleiterscheinung bei der Verkündung von Verwaltungsstandpunkten, bestenfalls als Versammlung egoistischer Nörgler. Viele, die sich seit Jahren für ihre Stadt engagieren, wenden sich immer öfter resigniert ab. Ist aber die Bürgerbeteiligung einmal im Eimer, folgt ihr dorthin die Demokratie bald auf dem Fuß. Wenn jetzt Stadtrat Schlegel zum Thema Pleißemühlgraben fordert: "Nun muss die breite Bürgerbeteiligung beginnen", obwohl er weiß, dass die Würfel bereits gefallen sind, dann kann einem tatsächlich bange um Demokratie und Bürgerbeteiligung in dieser Stadt werden.

Dr. Thomas Nabert, für PRO LEIPZIG e.V.

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Der Oberbürgermeister und Vertreter der Stadtverwaltung möchten mit Ihnen über die Zukunft Leipzigs diskutieren

"Wie soll sich Leipzig bis 2030 entwickeln? Wie geht die Stadt mit dem Bevölkerungswachstum um? Welche Veränderungen ergeben sich zum Beispiel für Kultur, Wohnen, Bildung und Mobilität? Was bedeutet das für die unterschiedlichen Stadträume?" Auf diese Fragen sucht ein erster Entwurf des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts "Leipzig 2030" Antworten zu geben.

Interessierte Bürger, die diesen Entwurf gerne mitdiskutieren wollen oder eigene Anregungen geben möchten, haben dazu am 24. August 2017, 17.00 bis 20.30 Uhr, im Festsaal des Neuen Rathauses, die Gelegenheit.

Über die Inhalte des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts informieren zudem zwei Ausstellungen:

Promenaden Hauptbahnhof, 1. Untergeschoss, 25.8.-24.9.2017

Stadtbibliothek, 1. Obergeschoss, 1.9.-2.12.2017

Mehr Informationen finden Sie unter www.leipzig.de/2030


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Unser neues Ansichtskartenprojekt zu Rötha und Umgebung ist kurz vor der Fertigstellung



 

Alte Ansichtskarten verleiten zu spannenden Zeitreisen. Das trifft besonders auf Orte wie Rötha, Espenhain und Mölbis zu, die innerhalb der letzen acht Jahrzehnte einen radikalen Wandel erlebt haben. In keiner anderen Region Europas wurden so nachhaltig und umfangreich Kulturlandschaften und Lebensräume zerstört. Nirgends sonst war die Förderung und Veredlung von Braunkohle so augenfällig. Gleiches gilt aber auch für das Entstehen neuer Seenlandschaften um Rötha in der Gegenwart. Eindrucksvoll, detailreich und nahezu lückenlos dokumentieren die Ansichtskarten die Stadt Rötha, umliegende Orte und Landschaften vor und während der Inanspruchnahme durch die "Braunkohle". Über 550 verschiedene Karten wurden aus etlichen Sammlungen erfasst - 320 dieser kleinen Kunstwerke finden sich im Buch wieder. Jede Karte ist zugleich eine einzigartige Wissensquelle, die für heutige Besucher viele Informationen und Geschichten enthält. Begleitende Texte vermitteln zudem auf anschauliche Weise Wissen zur Orts- und Regionalgeschichte und regen zu Vergleichen und weiterführenden Recherchen an.

Als Hauptautoren zeichnen Helmut Henschel und Thomas Nabert verantwortlich. Weitere Beiträge stammen von Carola Bock, Dieter Kunze und Wolfgang Sperling. PRO LEIPZIG e.V. gibt das Buch zusammen mit dem Förderverein Rötha - Gestern.Heute.Morgen. e.V. und der Dorfentwicklungsgesellschaft Mölbis e.V. heraus:

176 Seiten, Festeinband, Format 22 x 24 cm, 380 Farbabbildungen, 19 Euro, Vorbestellungen zum Vorzugspreis von 17 Euro bis 30.9.2017, ISBN 978-3-945027-24-0

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Ortsbildprägend, schützenswert und mit großem Potenzial: Der Pleißemühlgraben im historischen Verlauf

"Den Pleißemühlgraben in seinem jahrhundertealten Verlauf beizubehalten ist für Leipzig ein elementarer und stabilisierender Wert." So bekräftigt der Förderverein Neue Ufer e.V. die Standortbedeutung des Wasserlaufs in einer aktuellen Stellungnahme. Diese bezieht sich auf Pläne der Leipziger Stadtverwaltung, bei der anstehenden städtebaulichen Entwicklung der Freiflächen am ehemaligen Naundörfchen den aktuell verrohrten und dann offen zu legenden Pleißemühlgraben vor die Feuerwache und damit direkt an den viel befahrenen Goerdelerring zu verlegen. Solchen Plänen stehen sowohl der Verein Neue Ufer als auch - in Unterstützung dessen - der Verein PRO LEIPZIG  ablehnend gegenüber. Eine Umsetzung führt zu einem "Bruch lokalspezifischer, kulturgeschichtlicher und stadtstruktureller Entwicklungslinien. Bezüge zum Richterschen, später Gebhardschen Garten und zum Naundörfchen würden dauerhaft gestört, ja gleichsam trockengelegt, ebenso der Bezug zu Karl Heines Elster-Pleiße-Kanal, dem sogenannten Dampfschiffkanal, der neben der Lessingbrücke mündete, oder zum Schlachthof der Fleischer, der auf das Wasser der Pleiße angewiesen war und dem Vorplatz seinen traditionellen, inzwischen leider getilgten Namen gab." Von der fehlenden Aufenthaltsqualität am Ring und der Missachtung eines Stadtratsbeschlusses von 1991 ganz zu schweigen. Der Förderverein Neue Ufer e.V. hat seine Gegenargumente formuliert und eine eigene Vision entwickelt, die hier als PDF angesehen und heruntergeladen werden kann:

 

 

Zur Freilegung des Pleißemühlgrabens
Folder von Neue Ufer e.V.
Pleißemühlgraben im alten Verlauf.pdf (482.55KB)
Zur Freilegung des Pleißemühlgrabens
Folder von Neue Ufer e.V.
Pleißemühlgraben im alten Verlauf.pdf (482.55KB)

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Korrektur statt Konservierung

Auf den Beitrag „Campus für Demokratie: Grundkonzept für ehemalige Stasi-Zentrale steht“, der am 29./30.4.2017 in der LVZ erschienen ist, hat PRO LEIPZIG  mit einem Leserbrief geantwortet, der am 10.5.2017 in der LVZ abgdruckt, dort aber versehentlich Thomas Nabert als vermeintlichem Sprecher des Stadtforums Leipzig zugeordnet wurde. Er gibt jedoch die Meinung unseres Vereins insgesamt sowie einzelner Vertreter des Stadtforums in Personalunion wieder:

"Man kann das Ansinnen der ,Initiativgruppe', den ehemaligen Stasi-Neubau zum politischen Denkmal hochzustilisieren, nur mit Befremden und Ablehnung zur Kenntnis nehmen. Mit der Erhaltung dieses banalen, sämtliche Gestaltungskriterien für die Leipziger Altstadt ignorierenden Komplexes würde das Symbol diktatorischer Macht auch künftig als Fremdkörper im Stadtgefüge wirken. Die seit fast vier Jahrzehnten bestehende eklatante bauliche Fehl-Prägung dieses kulturhistorisch bedeutenden Ortes ist jedoch nicht zu konservieren, sondern zu korrigieren. Im Bereich des Matthäikirchhofs lag die Keimzelle der Stadt, wer heute hier plant, tut dies in höchster kultureller Verantwortung. Es wäre fatal, das Potential dieses Stadtteils mit nur einer Themensetzung einzuschränken, vielmehr sollte mit kleinteiliger Gliederung sowie vor allem mit funktionaler Vielfalt eine grundlegende Revitalisierung­ mit urbanem Flair angestrebt werden. Wohlgemerkt nicht als administrierte Hauruck-Aktion, sondern in Form eines klug durchdachten, vielschichtigen Entwicklungsprozesses."

Viele Leipziger haben uns im Gespräch zum Ausdruck gebracht, dass sie sich den Erhalt der alten Staatssicherheitszentrale in der Altstadt nicht vorstellen wollen und mit dem angedeuteten Verfahren der längst fälligen städtebaulichen Neuordnung des gesamten Matthaikirchhof-Areals nicht einverstanden sind. Dabei steht die wichtige und lobenswerte Aufklärungsarbeit der "Initiativgruppe" gar nicht zur Debatte. PRO LEIPZIG schätzt die inhaltliche Arbeit der einzelnen Mitglieder sehr, nicht jedoch deren aktuelles Ansinnen zur Zukunft des speziellen Standortes.

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Ein neuer Stadtteil entsteht: Zum Projekt "Leipzig 416"

 

Auf dem 25 ha großen Gelände des ehemaligen Preußischen Freiladebahnhofs, zwei Tramhaltestellen weit nordwestlich des Hauptbahnhofs gelegen, soll in den nächsten Jahren ein ganz neuer Stadtteil entstehen. Die CG-Gruppe will 750 Mio. Euro investieren, um gemeinsam mit der Kommune ein Quartier zu entwickeln, das ganz im Sinne der "europäischen Stadt" geplant und gebaut wird - also eine gesunde Mischung aus Wohnraum, Gewerbe und Grünflächen. Neben höherpreisigen Immobilien sind auch ein Drittel Sozialwohnungen avisiert, zudem der Bau je einer Kita, Grundschule und Oberschule versprochen. Eine parkähnliche Grünfläche soll innerstädtischer Magnet auch für umliegende Viertel werden. Der dafür notwendige städtebauliche Vertrag ist bereits unterschrieben worden. Bei der Planung des Stadtteils möchte man die Bürger ausdrücklich schon im Vorfeld mit ins Boot holen, um möglichst viele ihrer Wünsche berücksichtigen zu können. Für die Anwohner und andere interessierte Leipziger wurde in der Haferkornstraße 7 ein Bürgerbüro eingerichtet (Tel.: +4934139378153; E-Mail: hallo@leipzig416.de), wo man eigene Anregungen und Ideen einreichen kann. PRO LEIPZIG wird das Projekt inhaltlich und multiplikatorisch begleiten. Für nähere Informationen siehe:

http://www.leipzig416.de/fakten

https://www.youtube.com/watch?v=pHx4O8XYQCM


Unser aktueller Prospekt

Natürlich präsentierte sich der Verein im März auch wie gewohnt mit einem eigenen Stand auf der Leipziger Buchmesse. Dort konnten sich die Besucher über aktuelle Projekte und Veröffentlichungen von PRO LEIPZIG informieren - zudem ein Prospekt unserer Publikationen für das Jahr 2017 mitnehmen. Für den, der nicht dabei sein konnte, aber dennoch Interesse hat in die Broschüre hineinzuschauen, stellen wir hier eine Pdf zum Download bereit:




Prospekt 17.pdf (5.16MB)
Prospekt 17.pdf (5.16MB)



 

 

Präsentation des Ansichtskartenbandes über die Dörfer "hinter den Pappeln"

Eine stolze Menge von 130 Zuschauern vermochte Thomas Nabert am 8.12.2016 in die Hoffnungskirche des Stadtteils Knauthain zu locken, als er sein - gemeinsam mit dem Postkartensammler Jürgen Winter erarbeitetes - Buch "Knauthain und Knautkleeberg mit Hartmannsdorf, Rehbach, Knautnaundorf und Cospuden. Der Leipziger Südwesten auf alten Ansichtskarten" präsentierte. Sein launiger Mulitmediavortrag wurde zusätzlich aufgelockert durch Darbietungen des örtlichen Gemeindechores. Die Vorweihnachtsstimmung führte dazu, dass sich am Ende sogar das Publikum am Gesang beteiligte. Anschließend stand man noch lange bei einem Glas Rotwein zusammen und diskutierte das Gehörte, Gesehene und Gelesene. Dabei konnten die anwesenden Vereinsmitglieder den Leipziger Bürgern die Ziele und Aktivitäten jenseits der Publikationstätigkeit näher kommunzieren. Den nicht jedem ersichtlichen Arbeitsaufwand an den Bildern und Begleittexten vermochte die Leipziger Internetzeitung gut darzulegen:

http://www.l-iz.de/bildung/buecher/2016/12/das-bunte-leben-in-den-doerfern-des-leipziger-suedwestens-vor-100-jahren-161564


 

Großer Andrang in der Apostelkirche Großzschocher

Am Nikolaustag 2016 erfolgte die Präsentation des mehrmals medial angekündigten und nunmehr fertigen Stadtteillexikons zu Großzschocher-Windorf. In der Apostelkirche herrschte großer Andrang und erwartungsvolle Spannung. Die einleitenden Worte von Pro-Leipzig-Geschäftsführer und Mitautor Dr. Thomas Nabert sowie der anschließende Fachvortrag des Hauptautors Michael Liebmann wurden angemessen gerahmt durch festliche Orgelmusik. Das Publikum äußerte sein Lob für die - in Zusammenarbeit mit der IG Chronik Großzschocher-Windorf entstandene - Publikation mit herzlichem Applaus. Die Leipziger Volkszeitung schickte einen Fotografen und berichtete am 16.12.2016 von dem Event (siehe rechts).

Auch der Journalist Ralf Julke besprach das Stadtteillexikon in der Leipziger Internetzeitung am 19.12.2016  sowie in der Leipziger Zeitung vom 17.2.2017 positiv:

http://www.l-iz.de/bildung/buecher/2016/12/das-doppeldorf-grosszschocher-windorf-auf-seiner-reise-durch-800-jahre-greifbarer-geschichte-162051


Heimatforscher erhält Sächsischen Landespreis

Claus Uhlrich belegte den 3. Platz (1500 Euro) beim Sächsischen Landespreis für Heimatforschung 2016 für sein Buch "Die Toten mahnen. Kriegerdenkmale in und um Leipzig". Die Jury hatte zuvor aus 118 Arbeiten die besten ausgewählt. Dem Leipziger gelang erstmals eine nahezu vollständige Dokumentation von über 150 vorhandenen und teilweise verschwundenen Kleindenkmalen im Raum Leipzig. Dieses Buch entstand in enger Zusammenarbeit zwischen dem Autor und PRO LEIPZIG als Herausgeber.

Herzlichen Gückwunsch Claus Uhlrich!


Quelle: http://www.schule.sachsen.de/7906.htm


Zur zukünftigen Gestaltung des Wilhelm-Leuschner-Platzes

PRO LEIPZIG engagiert sich im Rahmen der Bürgerinitiative STADTFORUM LEIPZIG für eine nachhaltige städtebauliche Strategie bei der Gestaltung des Wilhelm-Leuschner-Platzes. Die jüngste Wortmeldung der Initiative erfolgte am 14. September 2016 in der Leipziger Volkszeitung im Rahmen eines Interviews mit dem Architekten Ronald R. Wanderer:


Arbeitssitzung zum Stadtteillexikon Großzschocher-Windorf

Am 5. August 2016 berichtete die Leipziger Volkszeitung erneut über die Zusammenarbeit von PRO LEIPZIG mit der IG Chronik Großzschocher-Windorf. Anlass war der Besuch des Landtagsabgeordneten Nowak und der Stadträtin Heller, welche bei einer Arbeitssitzung hospitierten und sich so ein Bild über die örtliche Heimatforschung machen wollten. Dies bot uns Gelegenheit, den Politikern im mündlichen Gespräch die Ziele und Wünsche beider Bürgerinitiativen darzulegen.


Anlässlich unseres 25-jährigen Bestehens berichtete die Leipziger Volkszeitung am 30.03.2016 Folgendes:

Pro Leipzig - wie Bürger ihre Stadt gestalten

Den Verein gibt´s seit 25 Jahren / Seine Akteure mischten sich aber schon früher ein - und pochen auch heute auf Beteiligung      von Mathias Orbeck


Blicken auf eine erfolgreiche Arbeit zurück: Heinz-Jürgen Böhme, Thomas Nabert, Wolf-Dietrich Rost, Martin Malangeri, Michael Liebmann, Stefan Riedel und Ulrich Baumgärtel (von links) von Pro Leipzig, die sich als Initiative mit einem Appell Pro Leipzig im Februar 1991 erstmals an die Öffentlichkeit wandte. Zwei Jahre später wurde der Verein Pro Leipzig gegründet. Foto: André Kempner

An Pro Leipzig kommt keiner vorbei: Der Verein, der fast 300 Publikationen erarbeitet und herausgegeben hat, blickt auf eine mehr als 25-jährige Geschichte zurück. Dabei gilt der 21. Februar 1991 als Geburtsstunde der Initiative, der gleichnamige Verein selbst gründete sich zwei Jahre später. Seit März 1993 ist der Verein, der seinen Sitz in der Waldstraße 19 hat, als gemeinnützig anerkannt. Im Februar 1991 hatten sich im Gasthaus Goldene Krone in Connewitz einige engagierte Bürger, „getragen vom gemeinsamen Anliegen, dass die zukünftige Entwicklung Leipzigs nur aus einer der Stadt eigenen, über Jahrhunderte gewachsenen Identität heraus erfolgen kann“, mit einem Appell „Pro Leipzig“ an die Öffentlichkeit gewandt. Persönlichkeiten wie Wolf-Dietrich Rost, Heinz-Jürgen Böhme, Detlef Lieffertz, Bernd-Lutz Lange, Gunter Böhnke, Bernd Sikora, Gudrun Neumann und andere gehörten dazu. Kaum dokumentierte Anfänge finden sich aber bereits in den Jahren 1988 bis 1991 – etwa bei einem Ideenwettbewerb fürs Stadtzentrum 1988 oder beim 1989 gegründeten Kulturprojekt Waldstraßenviertel. Behutsame Stadterneuerung wurde bei der 1. Volksbaukonferenz ebenso eingefordert wie später bei der Ausstellung „Pro Leipzig“ im November 1990 im Messehaus am Markt. Wurzeln des Engagements sind in der katastrophalen Situation Leipzigs am Ende der DDR zu finden, als die gründerzeitliche Bausubstanz immer mehr verfällt, die Stadt von Tagebauen umklammert wird, in Lücken im Stadtzentrum „Meterwaren des Wohnungsbaus“ hochgezogen werden. „Jeder versuchte irgendwie, gegen ideologische oder wirtschaftliche Barrieren, gegen verbohrte Ansichten anzugehen und auf städtische Prozesse einzuwirken. Die waren elementar für uns, und man hat sich Verbündete gesucht, um Leipzigs Identität wiederzuerlangen“, erinnert sich der freischaffende Maler, Grafiker, Gestalter und Autor Heinz-Jürgen Böhme. An Diskussionen um den Stopp des Flächenabrisses in Connewitz, das später eines der ersten Sanierungsgebiete wurde, waren die Akteure ebenfalls beteiligt. 1991/92 gab es dann bereits ein Netz von mehr als30 Bürgerinitiativen und -vereinen. „Wir wollten einfach Kompetenz und Initiativen bündeln“, so der heutige Landtagsabgeordnete Wolf-Dietrich Rost (CDU). Eine Ausstellung „Bürger gestalten ihre Stadt“ im Grassi-Museum, die die Initiative Pro Leipzig organisierte, zog mehrere zehntausend interessierte Leipziger an.


Die Ausstellung 1990 im Messehaus am Markt löste Diskussionen aus



Gründungsmitglied Bernd Sikora auf einer Protestversammlung gegen das geplante Tangentenviereck im Jahr 1992



Einführung der Wasserwanderkarte von Pro Leipzig im Jahr 1997


 

In all den Jahren hat der Verein sich in Debatten eingemischt – etwa um den Verlauf des Tangentenvierecks. Und er hat umfangreiche Forschungen zur Stadtentwicklung betrieben, die auch in vielen Broschüren und Büchern Eingang fanden. Pro Leipzig wird sich weiterhin beteiligen – und sein Recht darauf auch einfordern. Etwa in die Diskussion um das künftige Gesicht des Leuschnerplatzes – derzeit sind im Stadtrat lediglich Leitlinien beschlossen. So wird es vor der Debatte um den Bebauungsplan einen Workshop geben. „Wie der bewertet wird, wissen wir zwar nicht. Uns ist kein Konzept der Stadt bekannt – wir warten darauf“, so Böhme. Architekt Stefan Riedel: „Unsere größte Aufgabe ist es, der Verwaltung wieder zu vermitteln, dass die Abarbeitung demokratischer Prozesse sich nicht darin erschöpft, Termine wahrzunehmen und gelangweilt zuzuhören.“ Da müsse ein Umdenken einsetzen, die Inhalte der Gegenvorschläge müssten mehr reflektiert werden. Die Verwaltung und Teile des Stadtrates seien oft nicht gewillt, eigene Positionen zu überdenken und eine offene Diskussion zu führen. „Sie haben dann oft die Angst, in ihrer Kompetenz beschnitten zu werden und betrachten uns als lästige Konkurrenz“, ergänzt Thomas Nabert, der Geschäftsführer von Pro Leipzig „Das ist nicht gerade ein Jungbrunnen für die Demokratie.“ Pro Leipzig mit derzeit knapp 40 Mitgliedern sei aber gerade ein gutes Beispiel für kompetente und qualitative Arbeit der Stadtgesellschaft. Da schließe sich durchaus der Kreis zur Ausstellung 1990, als namhafte Architekten und Fachleute Debatten über die Stadterneuerung angestoßen haben. Der Leuschnerplatz ist für neuerliche Debatten um eine behutsame Stadterneuerung gerade der Präzedenzfall. Pro Leipzig mahnt Qualität an. Die Markthalle könne zwar das Herzstück des neuen Viertels sein, heißt es. Dafür müssten aber Bedingungen geschaffen werden, damit sie auch überlebt. „Wir plädieren für einen neuen Stadtteil als Fortsetzung des Stadtkerns. Nicht für eine Randbebauung“, so Böhme. Diese Debatte beschäftigt viele Leute, wie der Verein jüngst wieder auf der Buchmesse erfahren hat. Stoff für Debatten – etwa über einen möglichen neuen Standort fürs Stadion am Stadtrand oder die Entwicklung neuer Stadtteile wie am Bayerischen Bahnhof – gebe es genug. Vorstandsmitglied Martin Malangeri, Fachplaner und Sachverständiger: „Wir müssen uns wieder so aufstellen, um als Netzwerk schneller zu reagieren.“

Wer sich für die Vorgeschichte der Initiative Pro Leipzig, die Umstände ihrer Entstehung, die letztliche Gründung des eingetragenen Vereins, mithin für die Ereignisse von 1988 bis 1993 interessiert, dem sei der folgende ausführliche Bericht ans Herz gelegt:



Ausstellungen

Derzeit präsentiert PRO LEIPZIG in seinen Vereinsräumen eine Fotoausstellung zum Thema "Abriss der Kleinen Funkenburg 2005". Interessierte Bürger sind herzlich eingeladen, sich ein Bild von den - letztlich vergeblichen - Bürgerprotesten und dem Abbruch des spätklassizistischen Gebäudes in der Jahnallee zu machen!